Im Test: The Legend of Zelda: Breath of the Wild

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In seinem ersten Auftritt auf Nintendos Switch muss der Spieler in der Rolle des auserwählten Helden Links die riesige Welt von Hyrule bereisen, um endlich das ewig wiederkehrende Monstrum namens Ganon zu besiegen. Seit 100 Jahren liegt Link in einer abgelegenen Höhle verborgen im magischen Schlaf und erwacht, geweckt von den Worten „Wach auf, Link!“

Kaum sind diese gesprochenen (!) Worte verklungen, verlässt man die Höhle und erblickt von einer Anhöhe aus das Land Hyrule, das sich bis in weite Ferne erstreckt – und damit noch lange nicht an seinen Grenzen angelangt ist. Producer Eiji Aonuma, der seit Jahrzehnten an den Spielen der Zelda-Franchise arbeitet, hat gemeinsam mit Director Hidemaro Fujibayashi mit vielen der gewohnten Serienkonventionen gebrochen und damit in der Gesamtheit eine „Open World“ geschaffen, wie man sie so noch nicht gesehen hat.

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Es ist schon erstaunlich, was für einen Unterschied es macht, wenn man jeden beliebigen Baum erklettern kann – das „Überall klettern“-Konzept sorgt für spielerische Freiheit ungeahnten Ausmaßes. Wo man sich in anderen WRPGs Bergwände bestenfalls nach oben „glitcht“, wird in The Legend of Zelda: Breath of the Wild jede Felswand zur interaktiven Herausforderungen, deren Bezwingen sorgfältig geplant sein will. Schafft man es in einem Stück nach oben? Gibt es in sichtbarer Entfernung eine Stelle zum Ausruhen des Ausdauerbalkens? Oder packt man doch besser einen selbst hergestellten Ausdauertrunk ein? Manchmal lautet die Antwort auch einfach: „Geht nicht“. Dann aber nicht, weil ein Game Designer in Japan entschieden hat, dass man erst mit Item X aus Dungeon Y weiterkommt, sondern nur deshalb, weil man selbst nicht weiter weiß oder mit den vorhandenen Mitteln noch nicht auskommt.

 

Doch die Kletterei ist nur ein Aspekt von vielen, die für Frische sorgen. Vielleicht am wichtigsten ist der hohe Grad an Interaktion im Allgemeinen. Das Kampfsystem mit Schwert, Schild und zahlreichen anderen Waffen ist nicht unbedingt das Ausgefeilteste, macht dies aber durch die gefühlt unendliche Fülle an Herangehensweisen wett. Ob klassischer Schwertkampf, Gegnern durch Elektrisieren die Waffen aus den Händen zu schocken, oder mittels Fluggleiter aus der Luft Bomben herabregnen zu lassen – der Sandbox-Charakter von Breath of the Wild ist immens und sorgt nicht von ungefähr für rege Youtube-/Twitch-Aktivität, schließlich ist kein Video, keine Aktion im Spiel dieselbe.

Und weiter im Programm der Neuerungen: Da wäre etwa das dynamische Wettersystem, das direkte Auswirkungen auf das Gameplay hat und Felswände zu glitschig zum Klettern macht oder kleine Tümpel entstehen lässt, wo vorher nur eine Senke war. Blitze werden zur Gefahr, wenn man metallische Ausrüstung trägt und entzünden schon mal Feuer im hohen Gras. Ein Stealth-System gibt es ebenfalls erstmals, durch das man die Möglichkeit erhält, sich von hinten an starke Gegner heran zu schleichen.Und schließlich ist da noch der Umstand, dass jedes Quest in beliebiger Reihenfolge erledigt werden kann – oder auch gar nicht, denn wer will, kann direkt nach Spielbeginn versuchen, beim Oberbösewicht vorstellig zu werden. Ob das klappt, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

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Jeder Spiele-Fan, der sich an The Legend of Zelda: Breath of the Wild heranwagt, wird sein ganz eigenes Abenteuer erleben. Die größte Errungenschaft des Action-RPGs ist das Erschaffen einer Spielwelt, die trotz des Comic-Stils realistischer ist als alles bisher dagewesene. Wo man in anderen Spielen binnen kurzer Laufaktionen überall hin gelangt, wird man in Breath of the Wild bald erkennen müssen, dass echte Geographie die Ausmaße von Hyrule bestimmt. Kein Spiel zum Erledigen und Abhaken, sondern eines, um sich darin Verlieren.


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2 Gedanken zu “Im Test: The Legend of Zelda: Breath of the Wild

  1. Leider weniger nach meinem Geschmack, auch wenn das Erkunden der Welt durchaus seinen Reiz hat.
    Ich bin aber vor allem gespannt, wie es sich auf den nächsten Teil (in 5+Jahren 😉 ) auswirken wird.

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    1. Ich bin erstmal auf den Story-DLC im Herbst gespannt. Ob das nur ein kurzer Dungeon mit Cutscene davor und danach wird, oder aber doch umfangreicher. So wie es bspw. The Witcher 3 mit dessen DLC vorgemacht hat.

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