Die Kickers

Nach einer desaströsen 0:21-Niederlage sehen sich de die Kickers vor der Team-Auflösung, als unerwartet der junge und hochmotivierte Gregor vor der versammelten Mannschaft erscheint und darum bittet, dem Team beitreten zu dürfen. Die sind davon ziemlich überrascht, schließlich hat ihre Mannschaft einen ziemlich unschönen Beinamen: Die Nie-Gewinn-Kickers. Für Gregor ist das alles egal. Als es ihm gelingt, ein Spiel gegen die Teufel (Mannschaftsname) anzuzetteln, das zu aller Überraschung mit einem 1:10-Ehrentreffer endet, nimmt die Entwicklung der Kickers eine völlig neue Wendung. Gemeinsam starten die 11 Freunde durch.

Ich glaube, nur wenige ältere Anime-Serien können mit einem so geballten Nostalgiegefühl mithalten wie Die Kickers (Originaltitel: Ganbare! Kikazu). Serien wie Sailor Moon oder Digimon halten zwar auch schöne Erinnerungen bereit, aber Die Kickers hatte den Vorteil des viel greifbareren Settings: Kickers gucken, und anschließend rausgehen und selbst den Fußball kicken! Denselben Effekte hatte selbstverständlich auch „Die tollen Fußball-Stars“ um Captain Tsubasa, doch Die Kickers konnte mit einem heimeligeren „Das könnte alles auch in unserer Nachbarschaft stattfinden“-Feeling punkten, das die vielen abgefahrenen Spezialschüsse und Großturniere nicht bieten konnten.

Dennoch gab es auch in Die Kickers den einen oder anderen speziellen Fußballkniff. Allen anderen voran war da natürlich der berühmt-berüchtigte Teufelsdreier. Zum Glück erschien die Serie in einer Zeit vor Barney Stinson, andernfalls würde das heute wohl auf andere Weise übersetzt werden. So aber hat der Teufelsdreier nichts mit Sexpraktiken zu tun, sondern beschreibt den herrlich markanten Spezialangriff der Teufel unter Führung von Kapitän Viktor. Unvergessen der Moment im Finale, als Mario sich AUF das Tor stellt, um herauszufinden, welcher der drei Angreifer den Ball bei sich trägt! Aber auch die Computer-Mannschaft, die Ohrhörer trägt und streng nach Anweisung eines Super-Computers spielt, war ein Highlight, oder aber das Spiel gegen Blau-Weiß, die 9 Mann in die Verteidigung stellen und ihre zwei Super-Stürmer angreifen lassen.

Einer meiner persönlichen Highlight-Szenen findet ja im zweiten Spiel gegen die Kickers statt. Die ganze Mannschaft der Teufel war im Angriff beschäftigt, auch Viktor wähnt sich in Sicherheit, da springt die Kamera plötzlich zu Gregor, der irgendwie unbemerkt von aller Augen (wie das funktionieren soll, wenn der gegnerische Torwart immer das gesamte Feld im Blick hat, sei mal dahingestellt :D) mutterseelenallein an der Seitenlinie steht und durchstartet, und Viktor panisch Befehle ans eigene Team ruft. Natürlich zu spät, und gemeinsam können Gregor und Mario den Teufelsdreier aufhalten. Oder aber der Gewalteinwurf von Dickerchen Sascha, dessen Einwurf beinahe zum Tor wird und lediglich an der Latte scheitert, dadurch aber zur perfekten Vorlage für Gregor wird.

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Die Kickers ist so hervorragend, dass man beinahe jede einzelne Szene zum Highlight erklären könnte. Die vielen charismatischen Charaktere, egal ob Rüpel Kevin, Angsthase Tino oder Brillen-Nerd Philipp, sind mit soviel Herzblut ins zweidimensionale Leben geholt worden, dass man ohne allzuviel Übertreibung von perfekten Archetypen sprechen könnte, die beispielgebend für die viele spätere Anime-Serien waren. Dank eben dieser Tiefe der einzelnen Figuren kann Die Kickers auch abseits vom Platz durch sympathische Abenteuer punkten, ohne dabei zuviel Zeit ohne Ball zu verbringen, und ist mit Sicherheit auch heute noch sehenswert. Und dann immer wieder dieses herrliche Titellied …


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