Nach drei Folgen – Die Herbst-Saison 2017 im Zwischenfazit

Nach drei Folgen … weiß man mehr. In dieser Rubrik, die hiermit erstmals an den Start geht, geht es darum, nach drei gesehenen Folgen der aktuellen Saison ein Zwischenfazit zu ziehen. Aus unglücklichen Gründen verspätete sich die Veröffentlichung leider, weshalb wir uns diesmal bereits in der Halbzeit befinden. Welche Serien haben die Erwartungen gefüllt, wo gab es Überraschungs-Hits und was fällt dem Drop zum Opfer? BAMM!

NachDreiFolgen_Herbst_02


Shokugeki no Soma Season 3:

Bereits die zweite Staffel war mir zu sehr Duell an Duell. Zu Beginn der neuen Staffel fühlte es sich so an, als ob mir zwischen zweiter und dritter Staffel ein ordentlicher Teil der Handlung fehlt – was vermutlich sogar der Fall ist angesichts der unüberschaubaren Menge an OVAs in der Welt der Anime. Noch bin ich aus Gewohnheit weiter dran, sollte es aber anfangen zäh zu werden, ist der Drop nicht allzu fern. Immerhin bringt Erinas unheimlicher Vater wieder etwas neuen Schwung ins Einerlei.

Boruto: Naruto Next Generation:

Richtig schlecht. Es ist unendlich schade, dass ich das sagen muss, aber mittlerweile hat die Serie sogar ihren „Ui, spannend, will wissen, wie es nach Naruto weitergeht!“-Bonus aufgebraucht. Die aktuelle Storyline rund um Kagura und die, seufz, sieben Schwertmeister ist auf unterstem Naruto-Füllerfolgenniveau. Die Kräfteverhältnisse passen hinten und vorne nicht. Die Präsentation ist fühlbar lustlos und wohl unter streng begrenztem Budget entstanden. Gern hätte ich eine stimmige, atmosphärische „nächste Generation“ in der Welt der Ninja und Shinobi gesehen, stattdessen bekomme ich verwöhnte, verweichlichte Millenials, die nur dank Plotholes nicht schon längst siechend am Straßenrand liegen. Auch hier treibt mich aktuell allein die Gewohnheit zum Dranbleiben. Puh …

NachDreiFolgen_Herbst_04

Mahoutsukai no Yome:

Mit Sicherheit eine der besseren Serien der Saison, allerdings bislang unter den Erwartungen. Positiv überrascht war ich vom neuzeitlichen Settings. Ich dachte, die Serie spielt in irgendeiner beliebigen Mittelalter-Fantasy-Welt, stattdessen ist die Gegenwart Zeitpunkt des Geschehens, tendiert also leicht in Richtung Harry Potter. Auch wenn der Plot bisher damit nichts am Hut hat. Chise lässt auch bis Folge 3 noch alles mit sich machen, was Magier Elias von ihr verlangt. Doof fand ich die Szene, in der Elias Chise nackt auszieht und per Hand wäscht, gegen ihren Willen, und das als Comedy-Szene abgefertigt und nicht weiter hinterfragt wurde. Da reicht auch eine Ohrfeige in späterer Folge nicht, um eine Szene, die mit Sicherheit für jede Frau traumatisch wäre, zu rechtfertigen. Aber gut, das ist eben ein „Japan-Moment“. Schlimmer ist, dass die Präsentationsqualität nicht zur Qualität der Atmosphäre passt. Keine Frage, Mahoutsukai ist auch im jetzigen Zustand eine hübsche Serie. Bei der verträumten, fantasievollen Dauerstimmung hätte ich mir jedoch dynamischere Kameraszenen gewünscht, wie man sie aus Filmproduktionen wie Sen to Chihiro no Kamikakushi kennt. Gut, das ist dann eben ein Film. Vielleicht hätte Mahoutsukai auch einer werden sollen? Wer weiß. In jedem Fall bin ich weiterhin gespannt, wohin die Reise der „Braut“ noch führt. Die Dracheninsel in Island war wunderschön!

Just Because!:

Die obligatorische Romanze der Saison. Und bis dato eine erfreulich interessante! Der Artstyle ist sympathisch, die Animationen schön flüssig, mal abgesehen von den doch eher peinlichen Computer-Animationen von Zügen, Autos und Mopeds. Die Namen der Figuren hab‘ ich, wie so oft bei Charakterdramen, noch nicht ganz im Kopf. In jedem Fall hoffe ich, dass Soma die hübsche Trompeterin abbekommt, es darf auch mal ohne Drama sein. Natürlich wird es so kaum kommen und ich erwarte irgendeine Dreiecks-Problematik. Wobei dafür fast schon zuviele weibliche Kandidaten mit im Spiel sind. Die Serie hat sich bis zur dritten Folge allerdings nicht auf romantisches Einerlei versteift, sondern einfach nur das Alltagsleben der Akteure detailliert. Eine gute Basis für eigentlich jede Geschichte.

NachDreiFolgen_Herbst_03

Ballroom e Youkoso:

Das ehemalige Anime-Highlight tröpfelt seit der neuen Staffel etwas lustlos vor sich hin. Zwar bin ich nach wie vor jede Woche fix dabei, zu erfahren, wie es weitergeht, doch zuviele Unstimmigkeiten trüben den Eindruck. Das Pacing ist derzeit zäh, die Bewertung der Tanz-Performances wenig nachvollziehbar, und ein greifbares Ziel ist aktuell auch nicht vor Augen – irgendwann mal gegen Shizuku und Hyodo gewinnen, okay. Und bis dahin …? Trotz des Gejammers: Ich bleibe dran, denn die Highlights der Serie sind nach wie vor fesselnd. Außerdem will ich noch sehen, wie Tataras Familie erfährt, was er eigentlich die ganze Zeit treibt 😀

Inuyashiki:

Das erwartete Highlight der Saison. Als Anime-Fan, der sich vorrangig um die Inhalte selbst kümmert und wenig Ahnung von den Mangakas, Autoren und Seiyuus hat, war es für mich eine schöne Überraschung, als sich bestätigt hat, dass die Serie von Gantz-Mangaka Hiroya Oku ist! Lustig, als ich noch zu einer Freundin meinte „Inuyashiki erinnert total an Gantz!“ und sie kurze Zeit später die Erkenntnis liefert. Tja!
In jedem Fall versteht Inuyashiki, eine ernste und doch völlig absurde, bizarre Geschichte zu erzählen, die mit jeder Folge nurmehr spannender wird. Gerade die letzte Folge, in der mit Internet-Trollen abgerechnet wird, war ein Spektakel sondergleichen, wie oft schon hat man sich gewünscht, man könnte durch den Bildschirm greifen, um einem Idiot eine Kopfnuss zu verpassen?! Klarer Weiterschau-Befehl.

NachDreiFolgen_Herbst_01

Houseki no Kuni:

Da ich Inuyashiki bereits als Highlight betitelt habe, kann ich dann noch eine weitere Serie zum Highlight erklären? Na, ich tu’s hiermit einfach!
Als ich vor Saisonbeginn den Trailer zu Houseki no Kuni sah, war ich, um ehrlich zu sein, etwas über-optimistisch. Ich WOLLTE, dass das was Gutes wird, aber nach dem Trailer hätte das in beide Richtungen gehen können, zumal CG-Anime stets mehr oder weniger unter den Computer-Animationen leiden. Ganz anders hier.
Nicht nur, dass Houseki no Kuni mit die beeindruckendsten Kampfanimationen der Saison aufbietet, es liefert außerdem eine wirklich kreative, außergewöhnliche Geschichte. Kreativ sind ja viele Serien, so auch vorher genanntes Inuyashiki. Houseki no Kuni, oder „Land of the Lustrous“, wie es im Englischen heißt, geht dabei aber wesentlich weiter und erschafft eine vollkommen eigenständige Welt, die vor geheimnisvollen Mysterien nur so strotzt – und dabei doch so reich an sympathischen Figuren ist, allen voran Heldin Phosphophyllite. Ob es Zufall ist, dass YURiKA auch hier das Opening singt, wer weiß. Doch Phos erinnert frappierend an Junghexe Akko aus Little Witch Academia, und das kann nur gut sein. Houseki no Kuni ist nicht die einzige hervorragende Herbstserie, jedoch diejenige, auf die ich mich mit Abstand jede Woche am meisten freue.


Soviel zum Eindruck nach den ersten drei bzw. sechs Folgen der Herbst-Saison. Ich hoffe, ihr habt weitere Anregungen darin gefunden, was sehenswert ist. Kujira no kora wa sajou ni utau konnte ich übrigens leider bislang nur bis zur zweiten Folge gucken, das Gesehene war allerdings sehr vielversprechend. Habe ich weitere Highlightss übersehen? Dann sofort ab in den Kommentarbereich und Empfehlungen ausschreiben!

Advertisements

2 Gedanken zu “Nach drei Folgen – Die Herbst-Saison 2017 im Zwischenfazit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s