Winter-Saison 2018: Die neuen Anime im Überblick

Die Zeit verfliegt geschwind, wohl weil die Weihnachtsstimmung zügig gen 24. Dezember drängt. Auch die Herbst-Saison der Anime-Welt nähert sich ihrem Ende. Grund genug, sich einen Überblick der in gut zwei Wochen beginnenden Winter-Saison zu verschaffen. Welche Serien sind einen Versuch wert, was sind die vielversprechenden Highlights? Der Rest soll uns an dieser Stelle gar nicht kümmern. Wer denkt, hier würde ein Rohdiamant sträflich übersehen, darf dies gerne im Kommentarbereich kundtun. Los geht’s!


Beatless: Nein, hier hat niemand die erfolgreiche britische Pop-Band falsch geschrieben: In „Beat-less“ geht es ins Tokyo des Jahres 2105. Die sogenannten hiE-Androiden sind zum Alltag des menschlichen Lebens geworden und tun alles das, was wir Menschen nicht tun wollen oder können. Im Zentrum steht Held Endou Arato, der, im Gegensatz zu seinen Freunden, mehr Sympathie für die Helfer ohne Herzschlag aufzubringen weiß. Der Artstyle ist eher generisch, dafür birgt die Mischung aus „sieht aus wie ein Mensch“ und „ist aber keiner“ ein willkommenes moralisches Dilemma, das infolge eines Vorfalls wohl auch direkt auf die Probe gestellt wird. Allerdings muss man beim Thema Androiden, die wie süße Mädels aussehen, auch mit einer gehörigen Portion Fan-Service rechnen.

Darling in the Franxx: Womöglich DAS Highlight der Winter-Saison. Studio A-1 arbeitet gemeinsam mit Trigger an dieser SciFi-Serie, in der eine Gruppe Kinder einzig zu dem Zweck geduldet wird, Franxx zu steuern, so heißen die Kampfroboter dieser Serie. Wer nicht kämpft, hat keinen Grund zu existieren, ein Problem mit dem sich Protagonist Hiro konfrontiert sieht. Viele Details sind im Vorfeld gar nicht nötig, denn nach Little Witch Academia genießt eine Studio Trigger-Produktion mein vollstes Vertrauen. Her damit!

Gakuen Babysitters: Die Vorgeschichte dieser Serie klingt wohl deprimierender, als sie tatsächlich ist: Die Eltern von Ryuuichi und Koutaro sterben bei einem Flugzeugabsturz. Anschließend kommen sie bei der Direktorin der Morinomiya-Akademie unter, die im selben Unglück Sohn und Schwiegertochter verloren hat. Eine Bedingung stellt sie jedoch an Ryuuichi, den älteren Bruder, nämlich als Babysitter in der hiesigen Kinderbetreuung zu arbeiten! Da der kleine Bruder Koutaro selbst im Kindergartenalter ist, trifft sich das irgendwie. Der Trailer macht einen lockeren, knuffigen Eindruck, und etwas Balsam für die Seele in Form knuddeliger Kinder, die Unsinn anstellen, ist inmitten des meist ernsten Programms sicher keine üble Idee.

Idolish Seven: … ich weiß es nicht, tut mir leid 😀 Nein, nein, ich schätze, mir steht mal wieder Sinn nach einer Serie mit fröhlich aufgelegten Jungs, die synchrontanzen. Oder so. Shounen Hollywood war damals erstaunlich unterhaltsam und das hier macht einen guten Eindruck. Dürfte allerdings zugegeben eher eine Serie für Fangirls sein. Nur zu 😉

Ito Junji: Collection: Der Name dürfte den meisten Manga-Fans ein Begriff sein. Ito Junji ist Meister des bizarren Horrors, vergleichbar mit H. P. Lovecraft, und doch ganz anders. „Uzumaki“ („Spirals“) gehört zu seinen bekanntesten Werken. Hier steht uns erstmals eine Anime-Serie bevor, die einzelne Kurzgeschichten des Gruselgenies in Bewegung versetzt. Dabei kann das Ganze richtig gut, aber auch richtig mies werden, schließlich ist es kein leichtes Unterfangen, das bizarre Wesen seiner Manga-Geschichten audiovisuell umzusetzen. Ein Probegucken ist jedoch ein Muss.

Karakai Jouzu no Takagi-san: Der Schüler Nishikata hat nur ein Ziel im Auge: Rache für die Demütigung durch Mitschülerin und Banknachbarin Takagi! Die Serie besitzt dabei einen freundlichen, unschuldigen Charme, sodass es dem Augenschein nach nicht um bitterböse Themen geht, sondern wirklich nur um gegenseitiges Ärgern – und darum, wie Nishikata am Ende doch wieder als der Gelackmeierte dasteht. Das Ende des Trailer erweckt schließlich sogar die Aussicht auf eine kleine Liebesgeschichte zwischen den beiden, in bester „was sich liebt, das neckt sich“-Manier.

Koi wa Ame agari no you ni: Gleich vorweg: Ein wenig Wunschdenken kommt beim Lesen der Synposis dieser Serie bestimmt auch auf, aber das soll nicht im Vordergrund stehen. Nachdem Schülerin Akira aufgrund einer Verletzung nicht mehr im Schul-Team als Läuferin antreten kann, beginnt sie die Arbeit in einem Familienrestaurant. Dort verliebt sie sich aus unerklärlichen Gründen in den geschiedenen, 45-jährigen Restaurantmanager, der auch noch einen Sohn hat. Klingt erstmal anrüchig und bestimmt denkt sich gerade der eine oder andere „diese Japaner!“, allerdings wäre das unfair. Der Trailer skizziert eine unüblich ernste, schwere Atmosphäre, was darauf hindeutet, dass sich auf stimmige Art und Weise mit dem Tabuthema beschäftigt werden wird. Viel Potential für Drama, egal in welche Richtung.

Kokkoku: Der Neffe und Bruder von Juri Yukawa werden von Verbrechern gekidnappt. Binnen 30 Minuten soll sie Lösegeld organisieren. Als ihr klar wird, dass sie das nicht schafft, rennt sie, mit einem Messer bewaffnet, los, um die Familienmitglieder zu retten. Da holt ihr Großvater einen Stein hervor, der in der Yukawa-Familie stetig vererbt wird – und die Zeit stoppen kann. Die beiden eilen zum Ort des Geschehens, müssen dann aber erkennen, dass sie nicht die einzigen in dieser stillen Welt sind. Der Artstyle wirkt eine Spur zu generisch, dafür sticht die musikalische Aufmachung hervor. Ein Blick kann hier nicht schaden.

Overlord Staffel 2: ENDLICH geht es weiter! Die erste Staffel war damals so gut, dass ich in zwei Tagen alle Folgen durch hatte. Damals auch im Boom der MMORPG-Isekai-Serien ausgestrahlt, erzählt Overlord die typische Geschichte Gut gegen Böse … aus Sicht des Bösen! Der Held ist dabei ein MMORPG-Spieler, der in dieser Fantasy-Welt gefangen ist und die Rolle des Skelett-Overlords Ainz Ooal Gown ausübt. Dabei stehen ihm zahlreiche Untergebene zur Seite, die seine Machenschaften unterstützen. Und so böse ist Ainz gar nicht. Wer Staffel 1 noch nicht gesehen hat, hat jetzt noch Zeit, um aufzuholen!

Violett Evergarden: Ein weiteres potentielles Highlight. Auch hier wird eine Welt dargestellt, in der Androiden zum Alltag gehören, die sogenannten Auto Memories Dolls. Wie im Trailer zu sehen ist, gibt man sich aber sehr ernst und bedeutungsschwanger, was gemeinsam mit dem detaillierten Artstyle für eine unmittelbare, dichte Atmosphäre sorgt. Meine persönliche Befürchtung ist, dass die Serie insgesamt zu ruhig bleibt und es auf eine „unschuldiges Mädchen bekommt von freundlichen Menschen die Welt gezeigt“-Story hinausläuft; das aber mag ja auch ganz anders kommen. Allein der hochwertigen Produktion wegen sollte man hier den eigenen Augen nichts vorenthalten.


Und damit sind wir am Ende der Vorschau für die Winter-Saison! Überbleibsel, die weitergeguckt werden, sind Mahoutsukai no Yome und natürlich Dragon Ball Super. In Sachen Black Clover hoffe ich, dass ich beim Drop bleiben kann, andererseits ist das Marketing der Serie derart penetrant, dass man womöglich Anspielungen darauf in späteren Jahren nicht versteht, wenn man nicht drangeblieben ist. Mal sehen. Oh, und Gin no Guardian Staffel 2 wird auch weitergeguckt, die zehnminütigen Folgen halten gut bei Laune.

War etwas Interessantes für euch dabei? Oder fehlt irgendetwas, das ich mir unbedingt reinziehen muss? So oder so: Viel Spaß mit der Winter-Saison 2018!

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