Dennou Coil

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Wie sähe unsere heutige Welt wohl aus, wenn Google sich damals gegen die überzogene Kritik an Google Glasses gewehrt hätte? Nun, vermutlich ein ganzes Stück näher an der Welt von Dennou Coil. In der alternativen nahen Zukunft gehören Brillen mit Augmented Reality-Technologie, die permanent mit dem Internet verbunden sind, zum Alltag der Menschen. Der praktische Nutzen ist schnell ersichtlich: Nützliche Informationen virtuell in die reale Welt einbinden, Anrufe und Nachrichten jederzeit entgegen nehmen, und alles ohne einen Handgriff. Dennou Coil geht aber noch einen Schritt weiter und zeigt auch die Entartung dieser Technologie. Das Ergebnis: Eine Welt voll von Pseudo-Magie, ermöglicht durch technischen Fortschritt. Und ebenso wie der Zuschauer muss auch die junge Heldin Yuuko Okonogi erst einmal entdecken, was das eigentlich alles bedeutet.

Studio: Madhouse
Genre: Science Fiction
Folgen: 26

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Yuuko zieht gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester Kyoko in die fiktionale Technologiehauptstadt Daikoku, wo ihre Großmutter einen Laden unterhält. Die sogenannte „Megabaa“ (Wortspiel aus „megane“ (Brille) und „baa-san“ (Oma)) ist jedoch alles andere als senil und gilt als Koryphäe unter den Brillen-Usern. Tatsächlich leitet sie eine Gruppe Jugendlicher, die für sie auf die Jagd nach Metabugs gehen, besonderer fehlerhafter Code, aus dem sich wertvolle Tools für die virtuelle Welt herstellen lassen. Doof nur, dass derlei Code nur in digital korrumpierten Gebieten vorkommt, und eben den reparieren die lästigen Ordnungs-KIs namens „Satchi“, die nebenbei auch noch Hackern auf den Pelz rücken – sozusagen die Mods aka Spielverderber der Augmented Reality.

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Dennou Coil befasst sich mit einigen spannenden Themen, die andere Anime erst wesentlich später aufgegriffen haben, oder die sogar erst heute reale Relevanz finden. Unverkennbar ist die Analogie zwischen Metabugs und den heute in aller Munde befindlichen BitCoins. Darüber hinaus wird auch die Gefahr, sein Bewusstsein im virtuellen Raum zu verlieren, thematisiert. So müssen die Protagonisten zwar eigentlich nur die Brille absetzen, um wieder in die sichere Realität zurückzukehren, doch ganz richtig ist das eben nicht. Neben der ominösen Gefahr des Bewusstseinsverlusts inklusive Koma, droht vor allem, dass digitale Daten verloren gehen, also Geld, wertvolle Hacker-Tools oder virtuelle Haustiere. Jeder Gamer weiß, wie bitter der Verlust eines Spielstandes ist, um Wievieles schlimmer also muss es sein, wenn es sich um mehr als nur ein Spiel handelt?

Ein Setting kann aber noch so interessant sein, ohne sympathische Charaktere geht nichts, und auch hier punktet Dennou Coil. Gemeinsam mit Heldin Yuuko trifft man auf viele andere Jugendliche, die alle ihren eigenen Zielen nachgehen. Fumie etwa erledigt Jobs für Megabaa. Der vorlaute Daichi ist Anführer einer Gruppe Jungs, die Metabugs suchen, um Kohle zu scheffeln. Die ernste Isako erforscht die Natur der Augmented Reality. Und der unnahbare Harakawa schleppt irgendein tragisches Geheimnis mit sich herum. Achja, und kleine Schwester Kyoko kümmert sich um den virtuellen Hund Densuke! Beinahe wie beim Spielen eines guten JRPGs tun sich stetig neue Schauplätze auf, die über die Zeit ineinander verwoben werden und eine übergreifende Geschichte vorantreiben.

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Der Fremdschäm-Faktor ist gewissermaßen nicht vorhanden. Der Artstyle ist hübsch und sehr charismatisch, bietet sich aber gar nicht erst für irgendwelchen unnötigen Fan-Service an, und das versucht die Serie auch nicht. Die infantilste Szene ist da noch, wenn kleine Schwester Kyoko wiederholt „Unko!“ ruft, Japanisch für „Kacke“, und auch das nur, weil sie nunmal ein sehr junges Mädchen ist und weiß, dass sie damit die Älteren ärgern kann. Mit Erfolg!

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Dennou Coil ist nicht unbedingt so unbekannt, dass es als Geheimtip bezeichnet werden könnte; angesichts der Qualität der Serie liegt der Bekanntheitsgrad dennoch weit hinter dem zurück, was dieses Abenteuer verdient hat. Die tollen, flüssigen Animationen und die fortlaufende Story verleihen Dennou Coil das Feeling eines Anime-Films, und neben den spannenden Thematiken wird auch viel nervenaufreibende Action geboten. Einziges großes, großes Problem dieser Serie: Hinterher WILL man Google Glass zurückhaben. Och menno …!

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