Nach drei Folgen – Die Winter-Saison 2018 im Zwischenfazit

Ran ans Eingemachte – was taugen die Anime der Winter-Saison 2018 bisher? E-Sekai.de gibt ein kleines Zwischenfazit nach den ersten drei Folgen ab, um Auskunft darüber zu geben, welcher Anime sein Potential entfalten konnte und wobei es sich eher um einen klassischen Rohrkrepierer handelt!


IDOLiSH7: Hier gilt tatsächlich der an und für sich abgedroschene Ausspruch „what you see is what you get“. Das heißt? Nun, dass die Geschichte einer männlichen Idol-Gruppe erzählt wird, die noch ganz am Anfang steht. Wie es sich dafür gehört, besitzt jedes der insgesamt sieben (Überraschung!!1) Gruppenmitglieder eine sehr eigene Persönlichkeit, die im Zusammenspiel des Trupps bestens zur Geltung kommen. Tatsächlich geht IDOLiSH7 sogar einen Schritt weiter und beschreibt nicht einfach das eigene Tun und Walten der Boys, sondern führt recht zeitig eine Rivalität zur etablierten Idol-Gruppe namens „Trigger“. Dadurch entgeht IDOLiSH7 dem leider viel zu typischen „cute girls/boys doing cute things“-Stereotyp und sorgt für eine spannende Geschichte, auf deren weitere Entwicklung ich in der Tat gespannt bin.

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Gakuen Babysitters: Oh – Mein – Gott! Zum jetzigen Zeitpunkt absoluter Anwärts auf den „Feels“-Award der Saison. Aber von vorn: Ryuuichi kommt gerade in die Oberstufe einer neuen Schule, darf dort allerdings nur unter der Bedingung bleiben, dass er im Babysitter-Club mitmacht. Genau genommen: Er übernimmt die Tagesbetreuung der Vorschulkinder der arbeitenden Lehrkräfte. Da sein kleiner Bruder Kotaro selbst im Vorschulalter ist, trifft sich das gut. Und eine Wahl bleibt ihm ohnehin nicht, da die Eltern der beiden bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind. Was sich hier beginnend ergibt, ist ein einziges Gefühlschaos, das schon in der allerersten Folge ganz fest auf die Tränendrüse drückt. Der hohen Emotionalität der Serie zutragend sind vor allem die vergleichsweise realistisch dargestellten Kinder (nein, ich spreche natürlich nicht vom Artstyle). Hier gibt es keine neunmalklugen, altklugen Besserwisser, keine Lolis, und auch sonst nichts, was man sich für Kinder des gezeigten Alters vorstellen würde. Da wird laut geweint, gestrampelt, wüst gespielt, herumgerannt, gestolpert, gelacht, und vieles mehr. Was kleine Kinder nunmal so tun. Und inmitten all dessen steht Ryuuichi, der die Schule meistern muss und neue Freunde kennen lernt. Sehr empfehlenswert!

Ito Junji: Collection: Vorm Start der Winter-Saison meinte ich noch, das kann nur Top oder Flop werden. Und irgendwie hatte ich da auch recht. Nach einer katastrophalen ersten Folge, die einfach so gar nicht das war, was ich mir von einer Anime-Umsetzung des Horror-Meisters erwartet hatte, kam dann mit den Folgen zwei und drei genau das. Es hängt also vollends von der jeweiligen Kurzgeschichte ab, die gerade gezeigt wird. Da sich das Verhältnis zu gruseligen und doofen Geschichten im Moment deutlich zugunsten der Ersteren darstellt, ist der Anime allemal sehenswert. Wenngleich man die Erwartungshaltung ob des großen Namens hinter der Serie etwas herabschrauben sollte.

Karakai Jouzu no Takagi-san: Um auch hier mit einer vorzeitigen, knappen Award-Vergabe anzufangen: Vielleicht die Love-Story des Winters. Schüler Nishikata fällt jeden Tag auf’s Neue auf die Streiche, die ihm Banknachbarin Takagi spielt, herein. Verzweifelt versucht er, es ihr mit gleicher Münze heimzuzahlen, was selbstverständlich jedes Mal in einem herrlichen Backfire resultiert. Dabei hat Takagi allem Anschein nach keinerlei bösartige Absichten. Im Gegenteil, es wird heftig darauf hin gedeutet, dass die Schülerin mehr Interesse an ihrem „Opfer“ hat als bloße Streiche zu spielen. Getreu dem Spruch „Was sich neckt, das liebt sich“, zeichnen sich in diesem Anime romantische Verwicklungen ab. Ein zuckersüßer Spaß.

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Koi wa Ameagari no You ni: Die Beurteilung dieser Serie ist nicht ganz einfach, weil es zwei Sichtweisen gibt. Die eine ist Folgende: Die Charaktere sind allesamt sympathisch/charismatisch, Animationen und Musik sind toll, und die Entwicklung der Liebesgeschichte ist richtig spannend. Die andere Sichtweise ist allerdings: Da verliebt sich eine 17-Jährige in einen 45-Jährigen! Und sie kommen offenbar auch wirklich zusammen!
Meine persönliche Sicht ist die, dass das Alter in Sachen Liebe keine Rolle spielt. Niemand sucht sich aus, in wen er sich verliebt, ob groß oder klein, jung oder alt, Streithammel oder Motschegiebchen. Und solange das legal ist, ist das im realen Leben auch kein Problem, in der Fiktion noch weniger. Wenn, ja wenn da nicht die bestehende gesellschaftliche Engstirnigkeit wäre. Und beachtet man eben die, so gilt ein 45-Jähriger, der mit einer 17-Jährigen anbandelt, natürlich sofort als perverser Lüstling. Ganz unmöglich sei es doch, dass das echte Liebe ist, sie hätte doch keine Erfahrung, und sowieso. Aber eben so ist es in Ameagari nicht. Und da die Geschichte sowohl die 17-jährige Akira als auch den 45-jährigen Manager eines Familienrestaurants gut beleuchtet, weiß man das beim Gucken der Serie auch. Die Serie besticht durch die genannten Qualitäten und errichtet mit der kontroversen Couple-Kombination eine spannende Geschichte, bei der man sich stets fragt, „ob das klappt?“, „ist das okay?“, oder einfach nur nachdenklich wird mit einem lauten „hm …“. Grundvoraussetzung für den Genuss von Ameagari bleibt jedoch die Akzeptanz der Thematik. Wer da nur pauschalisieren kann, wird keinen Spaß haben. Alle anderen erwartet eines der Saison-Highlights.

Kokkoku: Ein catchy Intro ist bei weitem nicht das Einzige, womit Kokkoku auftrumpfen kann. Juri Yukawa lebt gemeinsam mit ihrem Großvater, dem antisozialen Bruder, der Schwester, die Single-Mutter ist und derem Sohn, also Juris Neffen, in einem Haus. Juri ist gewissermaßen die Stütze der ganzen Familie, würde aber gerne endlich wegziehen, um ihr eigenes Leben führen zu können. Die Ereignisse überstürzen sich, als plötzlich Bruder und Neffe entführt werden und ein hohes Lösegeld fordern , das die Yukawa-Familie unmöglich in der verbleibenden Zeit besorgen kann. Als die gleichermaßen mutige wie verzweifelte Juri mit einem Messer bewaffnet los stürmt, entschlossen, den Kidnappern zu begegnen, hält ihr Großvater sie zurück – und eröffnet ihr ein lang gehütetes Geheimnis: Ein Stein, mit dessen Hilfe die Zeit für alle, außer die Anwender stoppt. Ein Umstand, der alles ändert.
Die Prämisse ist wie nur allzu oft in Anime bizarr und seltsam, doch die Präsentation der Geschehnisse sorgt bald dafür, dass man gespannt vorm Bildschirm sitzt und wissen will, was als nächstes passiert. Was sind die Regeln stillstehenden Welt? Was hat es mit diesem Monster auf sich, das innerhalb der anderen Welt existiert? Und vor allem: Kann die Yukawa-Familie ihren Häschern entkommen? Die nüchterne Darstellung der verschiedenen Szenen lässt die Geschichte erstaunlich realistisch wirken, trotz aller Fantasieelemente. Wer Lust auf eine gute ernste und mysteriöse Story hat, ist hier genau richtig.

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Sora yori mo Tooi Basho: Nunja. Auf den ersten Blick handelt es sich hier erst einmal um eine „cute girls doing cute things“-Serie, doch weit gefehlt. Schülerin Tamaki will das Beste aus ihrerSchulzeit machen, irgendetwas Besonderes erleben, doch am Ende tut sich doch nie etwas und der Mut fehlt ihr auch. Als sie ihrer besten Freundin stolz berichtet, dass sie geschwänzt habe, bekommt sie als Reaktion lediglich ein erwartbares „Na und? Das hat doch jeder schon mal getan“. Tamaki ist enttäuscht und weiß nicht weiter, als sie der Schülerin Shirase begegnet. Die hat einen hartnäckigen Traum, der es in sich hat: Sie möchte so schnell wie möglich an den Südpol reisen!
Fortan sehen wir, wie Tamaki, Shirase, und im Verlauf noch zwei weitere Mädchen, alles dafür tun, das Unterfangen in die Tat umzusetzen. All der Enthusiasmus, der Drang nach dem Besonderen und die Entschlossenheit machen wahnsinnig Spaß beim Zugucken. Und ja, die kleinen Abenteuer vier Mädels sind auch mal einfach lustig. Gute Animationen, guter Sound, und viel Spaß. Für mich das Überraschungs-Highlight der Saison.

Violet Evergarden/Beatless: Die beiden Serien müssen sich leider derzeit hinten anstellen. Die erste Folge konnte mich weniger überzeugen. Angesichts der vielen hervorragenden Serien dieser Saison kommen die beiden also erst einmal auf die Ersatzbank. Aber man kennt das ja: Plötzlich packt einen die Lust und man binget alles auf einmal 😉


Soviel zum ersten Eindruck. Ihr habt gesehen, die Winter-Saison 2018 hat einiges zu bieten. Welche Serien guckt ihr, was könnt ihr empfehlen? Hinterlasst einen Kommentar unterhalb dieser Artikels!

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