hakkiri/girigiri made/bacchiri

In der heutigen Japanischlektion wollen wir es mal klar und eindeutig angehen, solange bis nichts mehr geht – dann haben wir das Lernmaß auf den Punkt genau getroffen. Pardon für diese ein wenig hakelige Einleitung, aber so findet alles das Anwendung, womit wir uns heute befassen fallen: hakkiri, girigiri made, bacchiri, Adverben im Überfluss. Auf geht’s!

Hakkiri – はっきり:

Die japanische Sprache liebt es, über Adverben für mehr Detail und Nuance zu sorgen. Oftmals handelt es sich dabei um lautermalerische Begriffe, sogenannte Onomatopoesien, die durch ihre markante Aussprache auffallen. Auch „hakkiri“ zählt zu dieser Wortgruppe.

Mit „hakkiri“ wird ausgedrückt, dass etwas sehr deutlich, direkt und klar definiert getan wird. Es existiert deshalb nicht nur als Adverb, sondern auch Verb, „hakkiri suru“ heißt entsprechend „etwas deutlich machen/aufklären“. Im Rahmen vieler Anime wird das Wort häufig benutzt, um an entscheidenden Punkten der Geschichte vormals geheim gehaltene Umstände an den Tag zu legen.

„Nande omae no yuujin wo koroshita?!“ – „…“ – „Hakkiri ie!“
„Warum hast du deinen Freund getötet?“ – „…“ – „Sag schon!“

Girigiri made – ぎりぎりまで:

Da hätten wir wieder einmal einen dieser schönen Begriffe mit verdoppelter Silbe. Hier geht es nicht um die Käsemarke, für die im deutschen TV Werbung gemacht wird, sondern um das weicher gesprochene „girigiri made“. „Made“ heißt wie immer „bis“. „Girigiri“ allein heißt als Adverb soviel wie „knirschend“ oder „gewaltsam“ – und das gibt auch schon einen Hinweis darauf, was denn nun „girigiri made“ heißen könnte. „Bis zu dem Punkt, an dem es knirscht“ könnte man wortwörtlich sagen, etwas schöner formuliert man im Deutschen jedoch „bis zum Äußersten“, „bis zur letzten Sekunde“ oder „bis ans Limit“.

Jiren: „Ore ni katenai. Omae wa yowai.“ – Son-Goku: „Kubi wo aratte ikuyo, omae!“ *henshin* – Muten-Roshi: „Areare, Goku wa girigiri made tatakatte oku!“
Jiren: „Micht kannst du nicht besiegen. Du bist schwach.“ – Son-Goku: „Wart nur ab, du Angeber!“ *verwandeltsich* – Muten-Roshi: „Oha, Son-Goku will bis zum Äußersten kämpfen!“

Bacchiri – ばっちり:

Mit „bacchiri“ geht es um die Punktlandung. Im Deutschen heißt der japanische Begriff soviel wie „punktgenau“, „mit Sicherheit“ oder schlicht „perfekt“.

Otto:„Omedetou!“ – Tsuma: „Eh? Nande?“ – Otto: „Kuruma wo bacchiri tometa kara. Guddo jobu.“ Tsuma: „… rikon sasemashouyo.“
Ehemann: „Glückwunsch!“ – Ehefrau: „Hm? Warum das denn?“ – Ehemann: „Du hast das Auto perfekt geparkt. Good job!“ – Ehefrau: „… wir sollten uns scheiden lassen.“

Und damit sind wir auch schon am Ende der Lektion angelangt. Wieder einmal ging es um die Vorstellung dreier Adverben, die zwar keine eigene Grammatik bedingen, jedoch für das exakte Verstehen der japanischen Sprache unabdingbar sind. Bei der Fülle derer ist es deshalb aus meiner Sicht vorteilhaft, sich portionsweise heranzuwagen, um sich nicht im Dschungel der ähnlich klingenden Doppelsilben-Wörter zu verlieren.

 

„Hakkiri to bacchiri girigiri made benkyou suru tsumori da!“

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