FAZIT – Winter Saison 2018

Die Winter-Saison 2018 ist vorbei und der Frühling hat bereits begonnen! Eiligst Zeit also, auf das Gesehene zurückzublicken und ein wenig zu reflektieren. Wie gut war das Gesehene, was hat Spaß gemacht, was lag hinter den Erwartungen zurück? Diese Saison hatte zwar keine großen, populären Highlights (unseren ewigen Helden Son-Goku mal ausgenommen), einige lobenswerte Serien waren dennoch mit dabei. Welche das waren, erfahrt ihr im Folgenden!


Dragon Ball Super: Was für ein Finale! Puh! Da gilt es, stark zu bleiben und nicht ob eines starken Abgangs die Vergangenheit zu verzerren. Für Dragon Ball-Fans war Super dennoch in jedem Fall eine willkommene Weitererzählung der Geschichte, die nach der Buu-Saga so jäh zu Ende war. Wichtig für den Genuss von Super ist die Akzeptanz der beinahe völlig fehlenden Logik wenn es um Power Levels geht. Wo man in Dragon Ball Z noch mitüberlegen konnte, welcher Charakter wie stark ist im Vergleich zu einem anderen, gemessen an dessen Power Level, wird jeglicher solcher Sinn in Super über den Haufen geworfen – spätestens dann, wenn Muten-Roshi als Teilnehmer im Turnier der stärksten Kämpfer mehrerer Universen auftritt. Aber sofern man solchen Unsinn ausblenden kann, bleibt ein Aufeinandertreffen purer Power, und mal ehrlich: Wohin sollte es nach DBZ auch sonst gehen? Ich freue mich über einige tolle neue Charaktere (Caulifla als großmäuliger weiblicher Saiyajin ist toll) und vor allem die geniale Einbindung von Freezer, der mittlerweile zu einem meiner Lieblingscharaktere avanciert ist. Jetzt ist erst einmal Pause angesagt, mit einem Film zum Jahresende geht’s dann weiter. Und ich bin definitiv wieder mit am Start!

MAL-Wertung: 8/10

Sora yori mo tooi Basho: Ein Anime, den ich vor Saisonstart überhaupt nicht auf dem Schirm hatte und erst auf Empfehlung meiner LINE-Anime-Gruppe angefangen habe, danke dafür an dieser Stelle! Wie schon mal erwähnt, halte ich nicht viel von diesen „Cute girls doing cute things“-Serien, in die man Sora Yori bei flüchtigem Blick einordnen könnte. Entscheidend dafür, dass das Gucken dennoch stets eine Freude war, ist das Ziel der vier Mädchen: Sie wollen in die Antarktis! Nankyoku e! Bei all den eher düsteren Serien (sofern man keine Comedy möchte) war allein schon die helle Ästhetik des Anime eine Wonne, alles erstrahlt in hellem Glanz, man fühlt sich direkt wohl beim Gucken. Die tolle Chemie zwischen den Mädchen trägt ebenfalls dazu bei; jedes von ihnen trägt sein ganz eigenes Problem mit sich herum, in der Freundesgruppe kann durch gegenseitige Hilfe aber alles gelöst werden – teils unter üppigem Träneneinsatz. Wer einfach nur ein schönes Abenteuer ohne übermäßiges Drama oder Fantasy sehen möchte, ist hier genau richtig.

MAL-Wertung: 7/10

Ito Junji Collection: Mehr gut als schlecht. So würde mein Ein-Satz-Fazit lauten. Die Sammlung aus vielen verschiedenen Minigeschichten hat einige Highlights, einige Solala-Storys und ein paar Totalausfälle. Angesichts des großen Namens ist insgesamt dennoch enttäuschend, was hier unter dem Namen Junji Ito produziert und veröffentlicht wurde, mehr Budget hätte an allen Ecken gut getan. De Geschichten sind teilweise einfach unsinnig, an anderer Stelle geradezu Comedy statt Horror. Dazu kommen detailarme Animationen, die der Manga-Vorlage nicht im Ansatz nahe kommen. Glücklicherweise kommt ab und zu dann doch eine richtig unheimliche Geschichte vor. Und gleich vorweg: Dieser Anime beinhaltet die ekligste, widerlichste Szene, die ich je gesehen habe. Und ich habe 2G1C gesehen (warum auch immer …) Ich kann nur sagen, dass ich hoffe, irgendwann eine Anime-Verfilmung von Uzumaki zu bekommen. Bis dahin bleibt das Genie von Junji Ito weiterhin in der Welt der Manga verborgen.

MAL-Wertung: 6/10

ReLIFE Season 2: Gerademal vier Folgen hat die Fortsetzung des herausragenden Anime, in dem ein hoffnungsloser Typ mittleren Alters eine neue Chance erhält und dank einer mysteriösen Pille nochmal die Zeit zum Ende des Gymnasiums wiederholen darf. Erst dachte ich noch „och ne, nur vier Folgen?“, aber letztlich hat es gereicht. Der Manga erzählt zwischendrin offenbar noch einiges mehr, aber beim Gucken des Anime hat mir nichts Grundlegendes gefehlt. Was nicht heißt, dass ich happy bin. Auch wenn ich mich hier dem Tenor des Fans entgegenstelle: Für mich war das ein bescheidenes Ende. Natürlich wollte ich ein Happy End für Arata und Hishiro, die beiden ReLIFE-Kandidaten, doch das „wie“ ist furchtbar. Anstatt für die Liebe zu kämpfen ergibt sich Arata völlig seinem Schicksal. Und auch Hishiro hat nicht mehr als ein wenig Improvisation zur Rettung ihrer Liebe aufzubieten. Dann kommen sie aber doch zusammen – weil Arata Hishiro aus dem Augenwinkel heraus in einem Restaurant bemerkt und aus nichtigen Gründen hinterher läuft, als sie das Gebäude verlässt. Wer an eben solches Schicksal glaubt, für den mag das ein tolles Happy End sein. Da ich aber nichts auf Schicksal gebe, sondern fest daran glaube, dass jeder selbst beeinflussen kann, was sein wird, war der forcierte Zufall am Ende ein Schlag in die Magengrube: Dieses tolle Paar wäre nicht zusammen gekommen, hätte das „Schicksal“ es nicht so gewollt. Ganz doof.

MAL-Wertung: 5/10

Gakuen Babysitters: Auch auf die Gefahr hin, zum Super-Softie degradiert zu werden: Auf keine andere Serie habe ich mich Woche um Woche so gefreut wie Gakuen Babysitters. Die vergleichsweise realistisch umgesetzten Vorschulkinder waren durch die Bank weg überragend liebenswert, besonders natürlich die Zwillingsbrüder Kazuma und Takuma, oh mein Gott! Das Tolle: Aber auch all die anderen Charaktere sind charismatisch und unterhaltsam. Egal ob großer Bruder Ryouichi, dem man stets nur Gutes wünscht, oder seine Schulkameraden, die Lehrer, der Butler, die Direktorin, und, und, und. Ständig passiert etwas, und nur eine Konstante bleibt: Einmal pro Folge wird geheult, es geht einfach nicht anders ;D Auch wer sonst nicht Anime diesen Artstyles guckt, sollte Folge 1 eine Chance geben.

MAL-Wertung: 8/10

Overlord Season 2: Zu kurz, zu kurz, zu kurz. Nach 13 Folgen endet der Anime auch schon wieder, abrupt und mitten im Geschehen. Es ist unglaublich frustrierend, wie mit Fans von Overlord umgesprungen wird. Das coole Opening verspricht einen epischen Showdown zwischen unzähligen Badass-Fraktionen. Am Ende bleibt davon kaum etwas übrig, denn nach den bereits erwähnten 13 Episoden ist man endlich an dem Punkt, an dem der Plot loslegen könnte. Aber es ist ja alles vorbei, wenigstens 26 Folgen augenscheinlich zuviel verlangt. Wenn das die Erpressungsvariante eines „Lest im Manga weiter!“ sein soll, fallen mir dazu bestenfalls einige unflätige Schimpfworte ein. Damit das nicht falsch ankommt: Overlord 2 hat Spaß gemacht. Aber keine Geschichte hinterlässt einen guten Eindruck, wenn sie nicht zu Ende erzählt wird. Aber man brauchte ja 6 Folgen, die sich auf das Leben eines neu eingeführten Echsenvolkes konzentrierend, inklusive detaillierten Beschreibungen des Sexuallebens. Und eine unzensierte, ungenierte Sexszene gibt’s auch. Schön zu sehen, wo die Prioritäten des Anime-Produzenten liegen. „Scaley“ nennt man solche Leute, oder?

Update: SOEBEN wurde Staffel 3 für Sommer 2018 angekündigt! Damit relativiert sich die Hauptkritik an Staffel 2 selbstverständlich!

MAL-Wertung: 7/10

Koi wa Ameagari no You ni: Tolle Animationen, tolle Musik (zuckersüßes Opening!) und ein spannender Aufhänger – leider bleibt es beim Aufhänger. Nicht falsch verstehen: Das „gib deine Träume nicht auf“-Konzept, zu dem die Serie letztlich mutiert ist, hat auch funktioniert und Spaß gemacht. Der Manager und Akira sind tolle Charaktere, deren Interaktionen stets interessant zu beobachten waren. Leider, nur leider hatte ich mir eine Serie erhofft, die mehr Mut hat und, gemäß der Synopsis, gesellschaftliche Tabus bricht und zeigt, wie unsinnig unser alltäglicher moralischer Imperativ doch ist. Dazu kam es nicht. Was bleibt, ist eine sehr leichte, gut verdauliche Slice of Life-Serie, die es ein wenig an denkwürdigen Momenten missen lässt.

MAL-Wertung: 6/10

Kokkoku: Einer meiner größten Kritikpunkte an Anime der letzten Jahre ist der Fokus auf 12-Folgen-Serien, die vielfach einfach deutlich zu kurz sind, um ein richtiges Abenteuer zu erzählen. Kokkoku gelingt es, auch in diesem eng gesteckten Korsett eine Geschichte von Anfang bis Ende zu erzählen. Schon früh wird deutlich, dass jede Folge mit neuen Erkenntnissen und Überraschungen aufwartet, gleichermaßen für die Akteure wie auch den Zuschauer, aber daran hat man sich schnell gewöhnt. Was dann bleibt, ist eine bizarre, dramatische Situation, die trotz aller Tragweite lediglich eine Familie im Zentrum des Geschehens sieht. Einzig die letzte Folge eröffnet dann kurz vor Schluss einen weiter gefassten Rahmen, der Raum für eine Fortsetzung bietet – völlig unnötigerweise.

MAL-Wertung: 7/10

Karakai Jouzu no Takagi-san: DIE Love-Story der Saison – auch wenn es als Comedy zählt. Nein, hier gibt’s kein Drama, keine Action, und auch keine bedeutsamen Twists. Hier gibt es nur eines: Was sich neckt, das liebt sich! Die gesamte Serie besteht aus einzelnen Szenen, in denen Schülerin Takagi ihren Sitznachbar Nishikata austrickst und immer wieder in peinliche Situationen bringt. Bzw. empfindet er das als peinlich, denn eigentlich stellt er sich die Dinge nur peinlicher vor, als sie es tatsächlich sind. Es ist herrlich mit anzusehen, wie sich der Mittelschüler immer wieder windet vor innerer Erregung, sich selbst in die Pfanne haut, weil er die Situation zu sehr überdenkt. Und trotzdem wird mit jeder Folge klarer, dass Takagi keineswegs böse Absichten hebt, wenn sie Nishikata auch noch beim gemeinsamen Nachhause-Weg hereinlegt. Das süße, zaghafte Näherkommen der beiden, das auch im Finale nur bei einer (wenn auch deutlichen) Andeutung verbleibt, macht trotz des Fehlens der üblichen Elemente eines Romantik-Anime großen Spaß. Es darf auch einfach mal „nur“ lieb sein.

MAL-Wertung: 7/10

IDOLISH7: Nach meinen enthusiastischen Lobestiraden für Gakuen Babysitters dachtet ihr wohl, schlimmer könnte es nicht mehr werden, eh? Unterschätzt mich besser niemals! Aber im Ernst: Idolish7 ist die vielleicht beste Idol-Serie, die ich je gesehen habe, und das sind einige. Der Anime fokussiert sich auf die Entwicklung der Gruppe, macht jede Folge einen spürbaren Schritt nach vorn, und bietet neben dem Idol-Allerlei auch noch richtig Intrige, Drama und Twists. Dazu sind die sieben Jungs jeweils richtig sympathisch und man will einfach sehen, wie sie weiter aufsteigen. Die einzige Serie der Saison, bei der ich jede Woche das Intro mit geguckt habe. Wer sich überwinden kann, einem „Male Idols“.Anime eine Chance zu geben und auf Jpop-Musik steht, findet mit Idolish7 einen echten Diamanten.

MAL-Wertung: 7/10


Und damit ist die Winter-Saison 2018 endlich zu Ende. Es gab Highlights, es gab Enttäuschungen, und ein paar Serien gehen ja auch noch weiter, etwa Darling in the Franxx und Beatless. Welche Serien waren eure Highlights? Hinterlasst einen Kommentar unterhalb dieses Artikels!

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