Nach 3 Folgen – Die Frühlings-Saison 2018 im Zwischenfazit

Die ersten drei Folgen aller neuen Serien der Frühlings-Saison 2018 sind gesehen, und damit stellt sich wieder einmal die Frage: Welcher Anime hat die Erwartungen erfüllt, wo kann man gerade so dranbleiben, und was ist ein Fall für den Drop. E-Sekai.de gibt einen knappen Eindruck der bisherigen Saison!


Caligula: Wenn ich der Serie mit Kritik kommen wollte, dann am ehesten mit dem Sätzchen „ganz oder gar nicht“. Nachdem ich bereits das Spiel für PlayStation Vita durchgespielt habe, war ich sehr gespannt auf die Anime-Umsetzung, da die Story das einzig Gute am Spiel war. Und in der Tat: Der Caligula-Anime erweitert Story und Charaktere um einige Facetten und bringt zahlreiche neue Szenen. Leider ist zumindest bisher auch diese Erweiterung noch nicht genug, um für ein befriedigendes Seherlebnis sorgen zu können. Die allgemeine Kritik von wegen „pseudo-philosophisch“ teile ich nicht, doch die Präsentation der Geschichte wirkt unnötig verworren. Sehr positiv hat mich das Budget für Animationen überrascht. Hier hat Caligula offenbar die Behandlung einer Top-Serie erhalten, nur selten sieht man so detaillierte, flüssige Animationen in Anime. Die Musik ist dieselbe wie im Spiel, also ebenfalls hervorragend. Da ich weiß, welche Themen behandelt werden, bin ich weiterhin gespannt auf die nächsten Folgen.

Captain Tsubasa (2018): Es ist Tsubasa. Wer das Dragon Ball unter den Fußball-Anime mag, der kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Ich frage mich nur, ob das aktuelle Pacing beibehalten werden wird, denn dann sind wohl weit über 100 Folgen nötig, die bekannte Geschichte zu Ende zu erzählen. Jedenfalls: Super wie eh und je, vermutlich aber auch ein ziemlich unnötiges Remake.

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Dorei-Ku: Nicht so schlecht wie befürchtet, aber bisher auch weit vom Must-Watch entfernt. Wenn ich anfange, über Logik und Sinnhaftigkeit des Konzepts nachzudenken, vergeht mir irgendwie die Lust auf’s Weitergucken. Das Beobachten der moralisch verwerflichen Begebenheiten hingegen ist sehr unterhaltsam. Der generische Artstyle hilft wenig, um für einen qualitativ wertigen Eindruck zu sorgen, deshalb treibt mich im Moment einzig die Neugier, welche widerlichen Aktionen noch bevorstehen, zum Dranbleiben an. Toller Grund, eh? ;]

Gegege no Kitarou: Die Geschichte rund um japanische Geister und Monster, die ab und zu ihr Unwesen in der Menschenwelt treiben und das Einschreiten von Serienheld Kitarou bedingen, ist nicht unbedingt frisch. Nicht zuletzt der Artstyle verrät, dass es sich hierbei eher um eine an Kinder gerichtete Serie mit Monster-of-the-Week-Format handelt. Und das ist okay. Noch sind mir Kitarou und seine Freunde sympathisch genug, dass ich dranbleibe, allerdings stehen die Chancen hoch, dass ich irgendwann anfange, nachzuhinken und dann die Lust verliere. Bin aber auch einfach kein Fan von episodischen Geschichten. Aber: Top Opening 😀

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Golden Kamui: Das Highlight der Saison! Kann ich geradeheraus so verkünden. Das Abenteuer des ungleichen Duos Sugimoto, einem ehemaligen japanischen Soldaten, der sich im Russisch-Japanischen Krieg hervorgetan hat, und dem Ainu-Mädchen Asirpa ist spannend, mitreißend und sympathisch gleichermaßen. Geschichten mit realistischem Setting sind ohnehin selten genug, noch mehr, wenn man zugleich sympathische Figuren haben möchte. Eichhörnchengehirn zum Abendessen musste zwar nicht unbedingt sein, aber dafür bietet Golden Kamui, heutzutage selten geworden, wirklich bedrohliche Bösewichte, die nicht zum Kanonenfutter verkommen (sprichwörtlich ausgedrückt, ein paar werden wohl doch, wörtlich genommen, zum Futter von Kanonen ;o). Trotz der Gefahr, die die beiden Helden umgibt, die einen sagenhaften Goldschatz suchen, bleibt ausgiebig Zeit für Charakterinteraktion abseits des tödlichen Konflikts. Der einzige gigantische Lapsus, den zurecht das gesamte Internet beklagt: Was haben sie sich nur bei diesen lachhaft-mies animierten Computer-Bären gedacht? Wow. Meine Wette: Für den Blu-ray-Release wird das geändert. Aber trotzdem: Anguckbefehl!

Gundam Build Divers: Für mich als Fan der Gundam Build-Franchise habe ich exakt das bekommen, was ich wollte. Grandiose Action, vielfältige Charaktere, eine positive Grundstimmung und eine im Hintergrund schwelende Bedrohung. Wer Gundam/Mechas mag, der kommt hier voll auf seine Kosten.

Megalo Box: Oh, schrieb ich weiter oben, dass Golden Kamui das Saison-Highlight sei? Na, ganz knapp stimmt das schon. Megalo Box kommt allerdings nah dran. Das Beste an Megalo Box ist, dass sich alles anfühlt wie eine Serie aus dem goldenen Zeitalter der Anime, als ob man gerade Akira und Record of Lodoss War geguckt hat und jetzt mit Megalo Box weitermacht. Bei dieser Box-Serie mit futuristischem Setting stimmt so ziemlich alles -mal abgesehen vom „elephant in the room“, nämlich dem Umstand, dass maschinell verstärktes Boxen halt mal echt unnötig ist, da bereits reales Boxen tödlich ausgehen kann. Wer darüber hinweg blicken kann, erhält jedoch ein Stimmungsmeisterwerk, das einfach geguckt werden muss, allein schon wegen des „Damals“-Gefühls.

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Steins;Gate 0: Bislang habe ich das Gefühl, ich gucke diese Serie jede Woche, um wieder ein bisschen zurück in die Depression zu fallen – so verdammt traurig ist das. Ach herrje, Okabe, lass dich mal herzlich umarmen. Armer Kerl. Das klingt nun eher negativ, doch im Gegenteil: Steins;Gate bleibt auch im langerwarteten Sequel eine feste Größe in der Welt der Anime. Besser wird es nicht.

Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online: „Warum guckt man im Jahr 2018 noch SAO?!“ wird manch einer zurecht fragen. Naja, aus demselben Grund, aus dem man die Erstserie schon geguckt hat: Weil Animationen und Sound topnotch sind und allein deshalb sehenswert. Die Story ist bislang leider noch nicht in Fahrt gekommen. Heldin Llenn befindet sich zwar inmitten eines Kampfturniers, aber welche Relevanz, welche Motivation das alles für sie hat, ist unbekannt. Im Vergleich zu „ihr seid in der VR gefangen!“ und „wer von dieser Waffe getötet wird, stirbt wirklich!“ fehlt es deutlich an Spannung. Dazu kommt, dass bis Folge 3 noch immer nicht erklärt wurde, warum Llenn soviel schneller ist als alle anderen – es ergibt halt keinerlei Sinn. Hoffentlich steckt mehr dahinter als „sie ist nunmal Held der Geschichte!“. Aber vielleicht erwarte ich da zuviel. Egal, unterhaltsam anzuschauen ist die Serie und wird es auch weiterhin sein. Frustrierend ist da allenfalls noch, dass die Gegner Llenns allesamt wie Noobs vorgehen, obwohl sie laut Serie erfahrene GGO-Spieler sind. Jaja ;/


Soweit der vorläufige Eindruck der Frühlings-Saison 2018. Konntet ihr etwas Neues für euch entdecken? Guckt ihr ganz andere Serien, die sich auszuprobieren lohnen? Hinterlasst einen Kommentar!

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