Nils Holgersson

Ganz getreu dem Motto „was, das war ein Anime?!“ geht es im Folgenden um die Serie „Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“. Oder auch einfach nur Nils Holgersson. Ganze 52 Folgen umfasst das Abenteuer des unfreiwilligen Däumlings und birgt dabei auch ein paar interessante Details im Rahmen der Produktion. Wie viele der „alten deutschen Anime“ hat man sich in Japan auch bei Nils Holgersson einer europäischen Märchengeschichte angenommen, die in diesem Fall aus den Federn einer schwedischen Autorin, Selma Lagerlöf, stammt.

1980 in Japan, 1981 dann bereits bei uns in Deutschland erschienen – eine verhältnismäßig knappe Ausstrahlungsverzögerung. Das liegt womöglich u.a. daran, dass das österreichische Produktionsstudio Apollo Film an der Herstellung der Serie beteiligt war, nebst den japanischen Studios Gakken und Pierrot. Studio Pierrot? Das kennen wir doch! Richtig, Nils Holgersson entstammt demselben Studio wie auch die weltbekannte Naruto-Serie! Damit nicht genug: Auch Saber Rider und die Kickers dürfen Studio Pierrot ihren Schöpfer nennen. Nils Holgersson genießt jedoch nochmals Sonderstatus, schließlich ist es das Erstlingswerk des erfolgreichen japanischen Anime-Studios.

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Nils Holgersson ist ein unsympathisches Kind und macht allen nur Ärger, vor allem die Tiere im heimischen Umfeld haben unter den Tiraden des Piesackers zu leiden. Hunde, Pferde, Kühe, Hühner und auch der Hamster Krümel sind Opfer von Nils. Bis eines Tages ein Wichtelmännchen in Nils Haus erscheint. Nils, der sich wieder einmal dagegen gesträubt hatte, mit seinen Eltern zur Kirche zu gehen, sollte als Strafe eine Predigt auswendig lernen. Die sollte ihm der Wichtel unter Androhungen direkt ins Gedächtnis zaubern. Der Wichtel denkt jedoch nicht daran und fackelt nicht lange: Nils wird zur Strafe auf Schlumpfgröße geschrumpft! Die Tiere nutzen die Chance und revanchieren sich jetzt für all die Gräueltaten an Nils, der schnell die Faxen dicke hat und sich, heimlich, mit Gänserich Martin und Hamster Krümel auf die Reise macht, als sich die Hausgans einer Schar vorbeifliegender Wildgänse anzuschließen entscheidet.

Selbstverständlich ist die Reise beschwerlich und voller Hindernisse, ob nun die Abneigung der Wildgänse gegenüber Menschen, das mehrmalige Aufeinandertreffen mit Fuchs Smirre, oder unzählige andere Schwierigkeiten. Und natürlich lernt Nils schnell, dass Tiere keine Sachobjekte sind, mit denen umspringen kann, wie es einem gerade beliebt.

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Ich muss gestehen, dass ich die Serie wohl niemals komplett gesehen habe, was daran liegt, dass sie immer zu aus meiner Sicht unüblichen Zeiten kam, noch dazu auf Kika, den ich nicht unbedingt im Blickfeld hatte. Dennoch kann ich mich gut an die stimmige Reise erinnern, die der Mini-Nils Holgersson gemeinsam mit den Wildgänsen erlebt hat – eine wirklich schöne Geschichte, die auch heute noch empfehlenswert ist, sowohl qualitativ, als auch in ihrem Leitmotiv. Glücklicherweise gibt es die komplette Serie DVD, ein Umstand, der leider nicht allen unserer Kindheits-Highlights vergönnt ist. Das einzig Schlimme ist nun, dass ich im Rahmen der kleinen Recherche für diesen Artikel herausfinden musste, dass es auch eine CGI-Serie von 2015 gibt. Muss denn wirklich alles mit billigen Computer-Animationen (und meist schlechter) ersetzt werden? Danke, dass es diesen Anime gibt!


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