FAZIT – Frühlings-Saison 2018

Oha, da ist man noch mit den letzten Folgen der vergangenen Saison beschäftigt, schon drückt der Sommer hervor. Höchste Zeit also, einen abschließenden Blick auf die Frühlings-Saison 2018 zu werfen! Allzuviel gibt es allerdings nicht zu bewerten, was zum einen an einigen Drops, zum anderen daran liegt, dass erstaunlich viele der Frühjahrsserien noch weiterlaufen. Dennoch: Was war gut, was weniger?


Megalo Box: Der Weg von „Gearless Joe“ an die Spitze des größten Box-Events einer fiktiven Zukunft. In dieser Welt werden Boxkämpfe unter Zuhilfenahme von Cyborg-Rüstungen ausgefochten, die jeden Boxhieb noch vernichtender ausfallen lassen, als es ohne mechanische Hilfe der Fall wäre. „Joe“ verdingt sich das Leben als Handlanger eines professionellen Betrügers: Nach vorhergehender Abmachung verliert Joe absichtlich im Ring, um beim Wettgeschäft Profit zu machen. Das reicht ihm nicht mehr, als eines Tages „Megalonia“, zuvor genanntens Event, angekündigt wird. Als armer Schlucker, ohne jede Hilfe, und eigentlich nicht einmal mit gültigem Ausweis, schafft es Joe doch ins Turnier.

Die größte Stärke von Megalo Box ist die eindringliche Atmosphäre, die an die „goldenen Zeiten“ der Anime in den 90ern erinnert. Musik, Regie, Dialoge, alles passt. Die Animationen könnten aufwendiger sein, zuviele stehende Szenen gibt es, aber das fällt kaum auf, wenn man gebannt auf den nächsten Kampf wartet. Megalo Box ist kein großes Abenteuer, sondern eine emotionale, nostalgische Rückschau auf gute, alte Tage. Darin brilliert es. Wer ständig meckert, es gäbe keine guten Anime mehr seit Cowboy Bebop, sollte die Klappe halten und sich Joes Weg angucken. Sogar die Frisur stimmt!

MAL-Wertung: 7/10

Ginga Eiyuu Densetsu: Ein eher zäher Einstieg, nicht zuletzt verschuldet dem Umstand, dass ich den Original-Anime kenne, der einfach wesentlich besser ist. Das gesagt: Mit fortschreitendem Verlauf hat auch das Remake richtig Spaß gemacht. Ich bleibe dennoch skeptisch, wie die angekündigten Filme die Handlung des 110-Folgen starken Originals, das keinerlei Füllerhandlung besitzt, umsetzen wollen. Wer das Original nicht kennt, hat damit wohl weniger Probleme, andererseits weiß derjenige auch nicht, was ihm entgeht. Das Remake ist eine grundsolide Space-Opera, die man sich geben kann. Ich befürchte nur, dass den wenigstens, die jetzt erstmals mit Ginga Eiyuu Densetsu in Berührung kommen, bewusst wird, wie besonders dieses Serie im Original ist.

MAL-Wertung: 6/10

Sword Art Online Alternative – Gun Gale Online: Endlich vorbei! PUH! Im Grunde genommen gilt für SAO Alternative dieselbe Kritik wie für spätere SAO-Staffeln, nur in verschärfter Manier: Audiovisuelles Spektakel, das allein deshalb sehenswert ist. Inhaltlich aber grottenschlecht. Nie wird erklärt, warum Llenn soviel schneller ist als all die Veteranenspieler. Dann im Championship verhalten sich die „Besten der Besten“ wie absolute Noobs, bei denen sich selbst Nicht-eSport-Kombatanten wie ich sich fragen „warum dürfen die da überhaupt teilnehmen?!“. Zum Ende hin gibt es mit Pito einen richtig peinlichen Charakter, der auf unsinnige, nicht nachvollziehbare Weise overpowered ist, garniert mit einer forcierten Lesben-Szene zum Abschluss. Seufz
Worum es in SAO Alternative eigentlich ging? Nicht viel: Llenn ist im echten Leben unüblich groß, will daher im VRMMO-Spiel einen süßen, kleinen Avatar haben, und gerät ins Gun Gale Online-Geschehen hinein. Und Ende. Eine echte, dramatische, spannende Handlung wie in der Hauptserie ist nicht vorzufinden. Schade, weil man mit der Prämisse von Llenn viel hätte tun können (Real Life-vs-VR Body Dysphoria, Überbleibsel der GGO-Story, Cameo-Auftritte von Shinon, etc.).

MAL-Wertung: 5/10

Darling in the Franxx: Wäre Darling in the Franxx doch nur inhaltlich eigenständiger, dann könnte ich einiges verzeihen, zumindest aber übersehen. Die ins Auge springenden Anleihen machen das jedoch unmöglich – zuviele Ähnlichkeiten bestehen zum weltberühmten Klassiker Neon Genesis Evangelion. Leider rundherum in schwächerer, oberflächlicherer Ausführung. So bleibt vor allem der Eindruck eines missglückten Versuchs, an das unantastbare Vorbild heranzureichen.

Kinder müssen in riesigen Kampfrobotern die Überbleibsel der Menschheit vor den Kyouryuu verteidigen, noch riesigeren Monstern unbestimmten Ursprungs. Der jungen Heldengruppe bleibt das meiste ihrer Welt verborgen, leben sie doch von allem abgeschnitten in einem eigenen Biodom. Im Laufe der Zeit spitzen sich die Kämpfe mit den Kyouryuu zu und es tun sich tragische Erkenntnisse auf. Leider wird vor allem in der ersten Hälfte der Serie jegliche Ernsthaftigkeit durch peinlichen Fan-Service konterkariert, ständig präsentieren sich die Mädchen in Sex-bereiter Stellung vor ihren männlichen Co-Piloten im Roboterinneren und recken den hübschen Hintern entgegen, selbstverständlich von der Anime-Regie entsprechend in Szene gesetzt. Zwar entwickelt sich das Miteinander der beiden Geschlechter zum zentralen Thema der Serie, das aber hat rein gar nichts damit zu tun, ständig Ecchi-Szenen abzubilden.

Über Franxx lässt sich viel Schreiben und Streiten, genau das ist auch der Grund, weshalb es trotz aller Schwächen ein Must-See ist. Es macht Spaß, die unterschiedlichen Figuren zu beobachten und sich über sie aufzuregen, den Kopf zu schütteln ob ihrer Aktionen, und darauf zu warten, was weiter geschieht. Dazu kommen hervorragende audiovisuelle Qualitäten, die sogar das vielleicht schlechteste Mecha-Design aller Zeiten wett zu machen vermögen. Wer sich nicht vollends an den Fehlgriffen aufhängt, wird gut unterhalten werden.

MAL-Wertung: 8/10

darling_in_the_franxx_01

Und … das war’s auch schon an Fazits für die Sommer-Saison. Warum? Weil die nachfolgende Masse an Serien noch wenigstens eine weitere Saison lang laufen wird:

  • Captain Tsubasa
  • Golden Kamui
  • Gundam Build Divers
  • Shokugeki no Souma
  • Steins;Gate Zero
  • Boku no Hero Academia
  • Boruto
  • Yowamushi Pedal

Puh, soviele Langläufer hatte ich lange nicht in der Auswahl, andererseits bin ich ein Fan von Serien, die gar nicht mehr aufhören wollen. Als Zwischenfazit darf es immerhin ein Satz zu jeder Serie sein:

Captain Tsubasa ist ein reines Nostalgieprodukt. Die Animationen sind erstaunlicherweise gefühlt geringwertiger als im Original, zu sehr wird auf Standeffekte mit Effekten gesetzt.
Golden Kamui hatte wesentlich mehr Potential, als tatsächlich dabei heraus kam, trotzdem macht das Heldenpaar gut Laune.
Gundam Build Divers macht Spaß wie jede vorhergehende Gundam Build-Serie, ist nur leider nicht ganz so ernst dabei.
Steins;Gate Zero ist das erwartete Must-See, jedoch gewissermaßen ein Garant für Depri-Stimmung.
Boku no Hero Academia sollte sich überlegen, was richtige Villains sind.
Boruto schafft es, die Gegner des Finales von Naruto wie Füller-Gegner wirken zu lassen. Bravo! (/sarkasmus)
Yowamushi Pedal widmet wieder mal eine ganze Staffel einer einzigen Fahrradetappe, bleibt aber immerhin auf qualitativ gewohntem Niveau.


Das war die Frühlings-Saison 2018. Was waren eure Highlights des vergangenen Quartals? Hinterlasst einen Kommentar dazu unter diesem Artikel!

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