yaru janai ka

Jeder, der regelmäßig Anime mit originaler japanischer Synchro guckt, hat schon einmal den Begriff „yaru janai ka“ gehört. Damit in Zukunft nicht mehr so genau auf die Untertitel geachtet werden muss, entmystifizieren wir im Folgenden diese Standardphrase. Geht auch ganz schnell, versprochen!

Zuerst mal gehen wir dem zweiten Teil der Formulierung an den Kragen, dem „janai“. Das ist nichts anderes als die legere Form von „dewanai“ oder „dewa arimasen“, und heißt soviel wie „nicht“. „Watashi wa onna janai“ heißt „ich bin keine Frau“. Es ist also nichts anderes als die Verneinung von „desu“, was soviel wie „ist“ bedeutet. Desu = sein, Dewanai = nicht sein (oder auch dewa arimasen, aber um all die möglichen Ausdrucksweisen von „sein“ soll es heute nicht gehen).

„Yaru“ heißt schlichtweg „tun/schaffen“. Man kennt vielleicht den Freudenausruf „Yatta!“, wenn etwas geschafft wurde. Genau das bedeutet das Wort, wobei „yatta“ die Vergangenheitsform von „yaru“ darstellt.

Wichtig ist nunmehr das „ka“ am Phrasenende, das der japanische Fragepartikel ist. Sprich, wo wir Deutschen ein „?“ setzen, steht im Japanischen „ka“. Und das ist in diesem Fall entscheidend, andernfalls wäre „yaru janai“ lediglich ein grammatikalisch hakeliges (lies: falsches) „nicht tun“. Mit „ka“ jedoch entsteht „janai ka“, das mit „nicht wahr“ übersetzt werden kann. Zugegeben, das benutzen wir im modernen gesprochenen Alltagsdeutsch eher seltener, daher ist es vielleicht einfacher vorstellbar, wenn wir ins Englische ausweichen. Dort nämlich findet man mit „isn’t it“ das perfekte Pendant zu „janai ka“.

Wortwörtlich gelangt man schließlich bei „du schaffst das, nicht wahr“ oder „du machst das schon, oder“ an, womit wir uns halb an die tatsächliche Bedeutung herangetastet haben. Bei den just genannten Übersetzungen entsteht jedoch der Eindruck, dass der Angesprochene erst noch etwas schaffen muss. Richtig ist, dass „yaru janai ka“ soviel heißt wie „nicht übel!“ oder „gar nicht mal so schlecht!“ und als Lob und Anerkennung einer bereits geschehenen Handlung verwendet wird.

„Furiisa o toashita ka. Yaru janai ka.“
„Er hat Freezer besiegt? Nicht übel!“

„Yoyaku shawa o abimashita. Yaru janai!“
„Du hast endlich geduscht. Gute Arbeit!“

Die „Coolen“ lassen das „ka“ natürlich weg und sagen einfach nur „yaru janai!“, grundlegend korrekt ist es jedoch inklusive Fragepartikel. Und damit ist die beliebte Phrase entschwurbelt! Ich muss gestehen, dass ich damit lange Zeit Probleme hatte, weil mir die Bedeutungsherleitung zwischen „yaru“ und „nicht schlecht“ fehlte. So dachte ich, dass sie vielleicht „waru janai ka“ meinen, schließlich heißt „warui“ eben „schlecht“. Aber das war’s nicht, und jetzt wisst ihr’s ebenso!

Zenzen tsukaremashita. Nakanaka nagai kiji o kaita. Yaru jannai ka, kono ore!

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