FAZIT – Sommer-Saison 2018

Zeit wird’s! Der Sommer ist offiziell vorbei und auch die Sommer-Saison 2018 der Anime ist an ihrem Ende angelangt. Großes Namen gaben sich die Ehre, doch konnten sie den Erwartungen der Fans auch gerecht werden? Bevor wir vollends im Herbst landen, der wieder mit vielversprechenden Anime aufwartet, wollen wir ein kurzes Fazit über die Sommer-Titel ziehen!


Isekai Maou to Shoukan Shoujo no Dorei Majutsu: Jawoll, gehen wir die Ecchi-Abenteuer-Isekai-Serie als Erstes an! Da führt kein Weg drum herum: Isekai Maou ist voller Ecchi-Elemente, also anzüglichen, perversen Szenen. Ganz ehrlich: Mich nerven solche Szenen üblicherweise ja auch, gerade weil sie dem Gefühl nach in wirklich 99% aller Anime vorkommen, so als wäre es Gesetz („Japanischer Premier Abe verkündet Gesetzesbeschluss: Ab sofort müssen Anime-Serien wenigstens einmal pro Folge eine Panty-Cam-Perspektive zeigen. Außerdem ist wichtig, dass mindestens 80% der Haut im Brustbereich unbedeckt ist. Sollte zudem außer Acht gelassen werden, ein sexy Loli-Girl einzubauen, droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe.“). In dieser Serie aber hat es nicht gestört. Warum? Weil Isekai Maou nicht drumherum druckst und nur teast, sondern tatsächlich sexuelle Situationen darbietet. Muss man auch nicht mögen, aber es hat etwas Ehrliches, wenn eine Serie „all the way“ geht, anstatt ständig nur kindisch notgeil so zu tun „als ob, aber nicht wirklich“.

Davon ab bekommt man eine straff erzählte Isekai-Serie mit einem besseren Ains Oal Gown (Overlord), der mit seinen übermächtigen Kräften auch was anzufangen weiß. Die Charaktere sind grundsympathisch, Langeweile kommt nie auf. Anders als viele der heutigen 12-Folgen-Serien schafft es Isekai Maou außerdem, mit einer Punktlandung ans Ende zu gelangen. Wer Lust auf ein sexy Abenteuer hat, kommt voll auf seine Kosten.

MAL-Wertung: 6/10

Steins;Gate 0: Großer Sprung von sexy zu dramatisch. Steins;Gate 0 ist zu Ende, leider wie immer viel zu früh. Gleich vorweg kann ich sagen: Ja, auch die Fortsetzung ist ein Must-See, keine Frage. Soviel Emotion, soviel Traurigkeit, aber auch Freude findet sich eher selten. Zwei große Kritikpunkte muss sich Zero allerdings gefallen lassen.

Da ist einmal das verkorkte Pacing der Story. Mehr als die Hälfte aller Folgen geht die Handlung im Schneckentempo vorwärts. Dann zum Ende hin zieht sie extrem an, nur sind dann kaum mehr Folgen übrig und alles fühlt sich etwas gehetzt an. Sehr schade. Zum anderen mutieren gerade die Folgen der ersten Hälfte zu einer einzige, konstanten Depri-Tour. Jede Folge endet mit einem „gut wrencher“, man hat einfach nur Mitleid (meist mit Okabe) und fühlt sich mies. So wie damals „Gakuen Babysitters“ jedesmal für gute Stimmung gesorgt hat, so vermiest Steins;Gate 0 sie einem. Was mal okay ist, verkommt mit der Häufigkeit fast schon zum Meme.

Dennoch, Geschichte spannend, Charaktere super, Animation und Musik auf höchstem Niveau, und einige unvergessliche Momente. Die einzige Empfehlung kann sein: Gucken, wenn man Steins;Gate mochte. Und wer die erste Staffel noch nicht kennt: Ja meine Güte, los, anschauen!!1

MAL-Wertung: 8/10

Gundam Build Divers: Die Gundam Build-Serie ist seit der ersten Staffel eine meiner absoluten Lieblings-Anime-Serien. Ich weiß nicht, warum dafür nicht mehr Hype existiert, vermute aber, dass es irgendwelche Vorurteile von wegen „eh, mit Gundam kenn ich mich nicht aus, da gibt es soviel“ zusammenhängt, der Name also bereits abschreckt. Zwar habe ich mittlerweile auch den einen oder anderen Gundam-Anime geguckt, aber: Um mit Build Divers Spaß zu haben, braucht es wirklich keinerlei Vorwissen. Traut euch!

Auch Divers war wieder durch und durch Spaß, gute Laune und spannende Unterhaltung. Klar, die Serie wird nie riiiichtig ernst, aber im Vergleich zu Serien wie Pokemon, Boruto, etc., traut sie sich genug. Was mir in Divers leider nicht so ganz gefallen hat, war das Einführen einer SAO-esquen MMO-Virtual Reality, binnen derer die Kämpfe, ja, eigentlich das gesamte Geschehen stattfinden. Das war in den vorherigen Staffeln besser, wo Figuren auf spezielle Arenen gestellt wurden und dann lokal gekämpft wurde. Jetzt ist alles virtuell und ich habe mich nicht nur einmal gefragt, wann die Helden der Serie eigentlich auch mal was in der echten Welt unternehmen – sie treffen sich ja nur online ;/

Das Herzstück jeder Gundam Build-Serie ist jedoch intakt, die furiosen, atemberaubenden Kämpfe und dazugehörigen Animationen. Gundam Build ist vermutlich die am meisten von westlichen Anime-Fans ignorierte aufwendigste Serie, die ausgestrahlt wurde, sadlol. Mecha-Kämpfe, fröhliche Abenteuer der Helden, etwas Drama hier und da – jopp, Gundam Build Divers hat sein Soll erfüllt. Ich freu‘ mich jetzt schon auf die Fortsetzung!

MAL-Wertung: 7/10

Boku no Hero Academia Staffel 3: BokuHero und ich werden nicht mehr warm miteinander, fürchte ich. All die Kritikpunkte, die ich in der Vergangenheit geäußert habe, bleiben bestehen. Selbst Disney-Bösewichte sind böser als die Team Rocket-Imitatoren hier.. Die Helden indes sind mehr mit schul-internen Wettkämpfen beschäftigt als Verbrechen zu bekämpfen. Und selbst nach drei Staffeln existieren die Helden der Geschichte quasi ohne Umgebung, es gibt keine Welt, die näher beleuchtet wird, abgesehen von der Schule. Für mich macht das den Eindruck, als hätte man sich nur ein paar coole Figuren ausgedacht und wirft selbige in eine Arena, auf dass sie gegeneinander kämpfen. World Building gleich null. Dazu sind die Charaktere entsprechend oberflächlich, so sehr, dass man sich gar liebevoll an damals eher mittelmäßige Shounen-Serien wie Bleach zurück erinnert. Die Kämpfe sind teils unterhaltsam, Animationen okay, Musik gut. Ich denke, wer Fan ist, guckt weiter, wer aber noch immer skeptisch ist, ob er mit BokuHero anfangen soll – besser wird es definitiv nicht. Für mich ist Staffel 1 der einsame Höhepunkt.

MAL-Wertung: 5/10

Hanebado: „False Advertising“ ist für mich das Stichwort hier. Ich hatte einen tollen Badminton-Anime erwartet, bekommen habe ich viel übertriebenes, schlechtes Drama, das in einer geradezu den Zuschauer beleidigenden Art und Weise endet. Allein das Final-Match hat aus Badminton-Sicht Spaß gemacht, leider war es tatsächlich das einzige Mal, dass der titelgebende Sport derart im Mittelpunkt stand. Ayanon blieb durchgehend unsympathisch, ihre Mutter ist eine der schlimmsten Anime-Mütter aller Zeiten, und letztlich bleibt alles ohne Konsequenzen, obwohl ich diversen Figuren gerne eine Watschn gegeben hätte für den Mist, den sie labern. Definitiv keine sehenswerte Serie.

MAL-Wertung: 3/10

Overlord Staffel 3: Noch eine dritte Staffel. Und am Ende musste ich sagen: Zum Glück ist es endlich vorbei. Es ist ein Trauerspiel: Staffel 1 war megaspannend, mit einem epischen Finalkampf und vielen spannenden Sub-Storys, auf die man sich freuen konnte. Staffel 2 war dann zur Hälfte Biologiestunde über Echsenmenschen, zur anderen Hälfte eine konfuse Machtdemonstration der Monster, und jetzt Staffel 3 ist nur noch pure Misanthropie. Und das kritisiere ich, der ich ja nun wirklich gerne „anti-Gesellschaft“ eingestellt bin, bspw. War Inuyashiki ein absolutes Highlight – aus Bösewichtperspektive. Aber Overlord Staffel 3 hört irgendwann auf, Spaß zu machen. Ains ist ZU übermächtig, es ist, als ob man bei einem Videospiel zuguckt, in dem ein Spieler den Unverwundbarkeits-Cheat aktiviert hat. Und den UnlimitedMana-Cheart. Und den AllSkillsUnlocked-Cheat. Und. Und. Und. Was folgt, ist die mitleiderregende Demontage der fiktiven Menschheit, die zu keinem Zeitpunkt Aussicht auf Retaliation besitzt.

Ich würde gerne eine vierte Staffel sehen, aber nur dann, wenn ein ebenbürtiger Charakter auf Seiten der Guten auftaucht. Und ja, ich nenne die „anderen“ die „Guten“, denn Ains hat sich mit Staffel 3 ins absolute Abseits geschossen.

MAL-Wertung: 5/10


Und damit hätten wir die Sommer-Saison 2018 beschlossen. Shingeki no Kyojin pausiert ein Quartal, dann geht die dritte Staffel weiter. Wie fandet ihr den Sommer, habe ich irgendein Highlight verpasst? Hinterlasst einen Kommentar dazu unterhalb dieses Artikels!

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