Nach 3 Folgen – Die Herbst-Saison 2018 im Zwischenfazit

Unfassbar! Ja, mittlerweile sind wir schon eher bei der Halbzeit der Herbst-Saison 2018, aber zuerst muss ich auf Spätstarter Tsurune warten, dann kommt irl Stress, und irgendwie … aber sei’s drum! Welche aktuellen Anime-Serien haben sich bewährt, was lohnt sich, weitergeguckt zu werden?


Goblin Slayer: Viel Hype, auch viele positive Stimmen. Nur leider nicht von mir. Die Prämisse hört sich definitiv cool an, aber die Ausführung lässt dann doch ein wenig zu wünschen übrig. Dabei bin ich noch nicht mal von der Brigade „oh nein, Rape, unerhört!!1“. Im Gegenteil, fiktionale Geschichten brauchen, provokant formuliert, viel mehr Vergewaltigung, wenn man das mal mit der Menge an Mord vergleicht. Der erste Kritikpunkt ist vielmehr der Artstyle der Charaktere, der so überhaupt nicht zu den ersten Geschehnissen passt. Kann man aber als Absicht erklären. Schwerer wiegen dann Szenen, in denen andere Abenteurer völlig unbeschwert davon reden, Drachen und andere Monster jagen zu wollen, als ob das ein typischer MMORPG-Isekai-Anime wäre, in dem der Tod keine Konsequenz hat – hat er aber. Auch die mordenden, vergewaltigenden Goblins werden lachend abgewiegelt. Hauptsache ABENTEUER. Oh mann. Wenn es zur Action kommt, zeigt die Serie, was sie kann. Die vielen dämlichen Details machen aber leider viel zunichte.

Hinomaru-Zumou-02-13

Hinomaru Zumou: Sehr typischer Sport-Shounen. Tut bislang nichts Besonderes, abgesehen von der Sportart selbst. Tut aber auch nichts grundlegend verkehrt. Insofern kann jeder, der Lust auf einen Sport-Anime mit unüblicher Disziplin hat, reinschauen und läuft gute Chancen, unterhalten zu werden. Meine einzige Kritik: Abseits vom Team Captain ist keiner der Helden wirklich dick, lediglich stämmig und muskulös. Angesichts der Realität der Top-Sumo-Sportler wird hier ganz offensichtlich mehr darauf geachtet, attraktive Helden zeigen zu können als zu zeigen, was nunmal mit zum Sport gehört. Schade.

Irozuku Sekai no Ashita kara: Die Beiläufigkeit, mit der Magie in der ansonsten normalen Welt akzeptiert ist, irritiert mich stark. Davon ab hat man eine eher ruhige Story, eine Art Low Key-Selbstfindungsdrama. Muss ich erst in Stimmung für sein, bevor ich es gucken kann, da es einfach wenig „Pull“ hat. Ganz so schlimm wie damals „Orange“ ist die Serie nicht, aber wer schon genug andere Serien auf dem Plan hat, muss sich nicht unbedingt noch mehr aufbürden.

Jojo’s Bizarre Adventure: Die neueste Staffel ist endlich da und die Outfits der Helden sind schlimmer denn je, lol. Nach einer eher zähen ersten Folge geht es spannend weiter und mittlerweile ist der neue Held Giorno Giovanna gut angekommen. Toll ist auch, wenn alte Charaktere aus früheren Staffeln ihren Auftritt machen – die generationenspannende Handlung ist schließlich DER Aufhänger der Serie. Wohin die Reise geht, ist einigermaßen unvorhersehbar, mit 39 Folgen dürfte es aber einmal mehr ein echtes Abenteuer werden.

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Karakuri Circus: Die Hunter X Hunter-Macher sind daran beteiligt? Her damit! Tatsächlich war Karakuri für mich ein Spätstarter, den ich erst deshalb ins aktuelle Programm hinzugezogen habe, weil es mir ein wenig an guten, ernsten Geschichten fehlt. Nun, diesen Wunsch hat dieser Anime so halb erfüllt. Am besten ist, um damit zu beginnen, noch der Artstyle. Man fühlt sich direkt 20 Jahre in der Zeit zurückversetzt, so erfrischend ist die Abkehr vom Moe-Blob-Einerlei. Die drei Helden sind allesamt interessant, haben eigene Stärken und (seltsame) Schwächen. Grundsätzlich bis Folge Drei sehr vielversprechend. Leider hat die aktuelle Folge (Zeitpunkt 6.11.2018) einen dermaßen herben Qualitätsabsturz erlebt, dass die weitere Qualität in Frage gestellt ist. Es sind einige Fragen offen, die für Spannung sorgen, sodass ich noch dran bleibe, aber … herrje, was haben sich die Macher denn dabei gedacht?!

Kaze ga Tsuyoku Fuiteru: Wer mit einem reinen Boys-Cast nichts anzufangen weiß, kann gleich weitergehen. Ich muss zugeben, die ersten zwei Folgen waren zäh zu gucken, weil es ganz einfach wenig ums Thema Laufen ging, sondern vielmehr um absurdes Herumgealbere unter seltsamen Studenten. Wäre die Truppe jünger, könnte man auch sagen „Cute boys doing cute things“ >_< Anyway, endlich widmet sich die Serie ihrem Kernthema, der Gründung eines Marathonclubs und das Traininung für die Qualifikation zum berühmten Hakone-Lauf. Plötzlich macht das Ganze richtig Spaß und der Artstyle, der aus Haikyuu! her bekannt ist, ergibt Sinn. Wenn es so weitergeht, erwartet uns bestes Sport-Drama!

Seishun Bunny Yarou wa Bunny Girl Senpai no Yume o Minai: Nach der ersten Folge: Drop.
Nach der zweiten Folge: Hm, doch ganz interessant.
Nach der dritten Folge: Must-Watch!
Ich will die Serie nicht über Wert verkaufen, aber nach dem holprigen Auftakt findet sich Seishun Bunny in einem mit Suzumiya Haruhi vergleichbaren Rhythmus voll von weirden Interaktionen zwischen schrulligen Charakteren ein, die übernatürliche Phänomene erleben. Und das macht Spaß! Wichtig: Der ganze „Bunny Girl“-Aufhänger ist reine Lockvogeltaktik – oder eben auch Abschreckung. Gerade letztere sollten wissen, dass es sich hierbei um keine oberflächliche Ecchi-Serie handelt.

slime

Sword Art Online: Alicization: Let’s get this over with, sigh. SAO, das ist … ja, das ist eben Pflichterfüllung. Sieht gut aus, klingt gut, hat eine lange Geschichte aufgebaut, die immer weiter geht, und ab und zu wird es wunderbar dramatisch. Aber dann … dann tauchen die dummen Elemente auf. Die Mädchen, die allesamt Held Kirito umschwärmen. Ein neues VRMMORPG, bei dem man jeweils beim Login und Logout die Erinnerung an die jeweils andere Welt vergisst. Der Doppelfolgeneinstieg mit völlig unbekannten Charakteren. Und so weiter. Aber es hat einfach diese greifbare Qualität. Und dann ist da noch der Umstand, dass das Setting einfach konstant genial ist. Irgendwann … vielleicht …?

Tensei Shitara Slime datta Ken: DAS Highlight der Saison! Ganz knapp: Japanischer Mittdreißiger wird getötet, als Dragon Quest-Schleim in Fantasy-Welt wiedergeboren. Hat aber ungeheure Fähigkeiten, quasi der One Punch-Man unter den Schleimen. Und startet eine Karriere als Isekai-SimCity-Spieler, indem er Zivilistation und Kultur in die Welt der Monster bringt. Wer sehen will, dass Goblins auch mal richtig nett sein können, hier entlang bitte sehr! Aber auch ansonsten die reinste Freude anzuschauen.

Tsurune: Kazemai Koukou Kyuudoubu: Ein Nachzügler der Herbstsaison. Hier geht es ums japanische Bogenschießen (Kyuudou) und um einen Helden, der sogenannte Zielpanik entwickelt hat. Dadurch tritt er, trotz perfekte Form, nie die Zielscheibe, was nachvollziehbar Probleme mit sich bringt. Im Gegensatz zu den anderen Sport-Anime dieser Saison geht es hier ruhiger zur Sache, teils zu ruhig. Die Jungs brauchen durchweg die eine oder andere Testosteroninjektion! Davon ab zeichnet sich jedoch eine interessante Entwicklung ab. Wenn das Schul-Team dann bald hoffentlich Richtung Turnier marschiert, wird sich zeigen, wie Held Minato sich seinem Trauma zu stellen vermag. Die passende Serie für einen ausklingenden Abend.


Soweit mein Eindruck. Als spontantes Addendum habe ich außerdem Gridman begonnen, kann dazu aber noch kein Urteil abgeben. Als Serie von Studio Trigger dürfte das Interesse aber einigermaßen hoch sein. Wie gefällt euch die Herbst-Saison bisher, haben sich weitere Must-Haves herauskristallisiert, die hier noch fehlen? Hinterlasst einen Kommentar unterhalb dieses Beitrags!

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