FAZIT – Herbst-Saison 2018

Die Rückschau auf die vergangene Saison darf nicht fehlen, deshalb gibt es im Folgenden das Fazit zur Herbst-Saison 2018! Aufgrund des späteren Starts von „Tsurune“ mit etwas Verzögerung, aber so konnte ich mir noch einmal genau überlegen, welchen Eindruck die gesehenen Serien bei mir hinterlassen haben. Ohne weitere Umwege, los geht’s!


Seishun Buta Yarou wa Bunny Girl Senpai no Yume wo minai: Starten wir direkt mit dem Surprise-Hit der Saison. Ich weiß noch, wie so manch Bekannter diesen Anime direkt aussortiert hat, nachdem er das Cover mit dem sexy Bunny-Girl gesehen hatte. Sich daran aufzuhängen, war ein Fehler. Tatsächlich schlägt die Serie in eine ähnliche Kerbe wie der Klassiker „Die Melancholie der Suzumiya Haruhi“: Ein männlicher Held, der den absurdesten Szenen mit trockenem Humor begegnet, dazu ein Haufen Mädchen, die von übernatürlichen Notfällen betroffen sind. Mittels emotionaler Therapie wird schließlich irgendwie alles wieder auf die Reihe gebracht, bis dahin bekommt man eine Menge Liebelei, Feels und tolle Synchronsprecher. Insgesamt wurde die Serie dann doch etwas überhypt, denn an zuvor genannte Suzumiya Haruhi reicht sie nicht heran. Wer aber ohne Erwartungen heranging, wurde angenehm überrascht. Achja, und zugegeben: Ich habe mich anfangs auch vom Bunny-Girl-Cover täuschen lassen … in umgekehrter Begründung ;o.

MAL-Wertung: 7/10

Irozuku: Die 17-jährige Hitomi wird von ihrer Großmutter Kohaku in die Vergangenheit geschickt, um dort mit deren jüngerem Ich gemeinsam zur Schule zu gehen. Achja: Beide sind Hexen und Magie ist in der hier dargestellten allgemein akzeptiert. Kernpunkt des Dramas ist die fehlende Fähigkeit Hitomis, Farben zu sehen, einhergehend mit einem Depressions-ähnlichen Grundzustand. Das soll sich ändern, indem sie Zeit mit dem quirligen jüngeren Ich ihrer Oma und deren Freunde verbringt. Die letzten paar Folgen ziehen spannungstechnisch gut an, bis dahin waren mir die Figuren jedoch allesamt viel zu ruhig und passiv, auch zu höflich. Ist vielleicht realistischer als die meisten anderen Anime, wenn aber die Unterhaltung dabei auf der Strecke bleibt, ist wenig gewonnen. Für alle, die ein ruhigeres Drama mit etwas Romanze erleben möchten.

MAL-Wertung: 5/10

Goblin Slayer: Nunja. Zuerstmal muss einfach festgehalten werden, dass Crunchyrolls Entscheidung, erstmals vor einem Anime ein „Content Warning“ anzuzeigen, lächerlich war. Da gab es unzählige Anime, die wesentlich grausamere Szenen zeigten (selbst Jojo ist oftmals weit jenseits dessen!) und ohne Warnung liefen. Da hat man sich wohl der amerikanischen „Safe Space“-Kultur angebiedert – schade. Der Anime selbst war unterhaltsam, blieb allerdings WEIT hinter meinen Erwartungen zurück. Mir war das alles zu formelmäßig, zu vorhersehbar und teilweise zu konstruiert. Eine echte Story kommt nicht zustande, nur im Hintergrund hört man immer wieder mal vom Dämonenkönig – vielleicht in Staffel 2? So bleibt ein MMORPG zum Angucken, das sehr kurzweilig ist und immerhin einige spannende Szenen bietet. Insgesamt aber ein doch eher kindischer Anime, der vor allem mit Gewaltszenen auf PR-Tour ging.

MAL-Wertung: 6/10

Tsurune: Fünf Jungs (und drei Mädchen, aber die vergisst der Anime selbst) bilden den Bogenschießen-Club ihrer Schule und bereiten sich auf ein nahendes Turnier vor. Die Serie leidet unter ähnlichen Symptomen wie zuvor genanntes Irozuku: Vielleicht ist das so realistisch, aber unterhaltsam war es wenig. Tatsächlich fragte ich mich desöfteren, ob man den Jungs heimlich ihr Testosteron abgesaugt hat, so träge und wie betäubt benahmen sie sich. Wenn ich da an die eigene Schulzeit zurück erinnere … selbst wir Latein-Nerds waren lauter und herausgehender! Viel mehr lässt sich nicht sagen, denn was die Inhaltsangabe sagt, das bekommt man. Wer großes Interesse an traditionellem japanischen Bogenschießen besitzt, für den lohnt sich die Serie, alle anderen haben zum Angucken wenig Grund.

MAL-Wertung: 5/10

Zombieland Saga: Ein später dazugekommener Saison-Kandidat auf meiner Liste! Nein, nicht vom „cute girls“-Cover verwirren lassen, hier geht’s nicht um Moe-Mist! Jedenfalls nicht vorrangig. Ein Verrückter schafft es irgendwie, tote Mädchen als Zombies zum Leben zu erwecken, allerdings nicht irgendwelche Mädchen, sondern verstorbene Idols! Sein Ziel: Die erfolgreichste Idol-Gruppe auf die Beine zu stellen, um die Heimatstadt berühmt zu machen. Was total durchgeknallt klingt, ist es auch: Ohne viel Vorbereitung werden die zurechtgeschminkten Mädels auf die erste Bühne geschickt und sollen „irgendwas“ tun. Das klappt bizarre Art und Weise, und so hangelt sich die Serie von Auftritt zu Auftritt, jedesmal mit neuen Problemen und neuen Lösungsansätzen. Wer noch nie zwei Zombie-Mädchen vor einem Oma/Opa-Publikum in traditioneller japanischer Location hat Rappen sehen, hat nicht gelebt! Oder irgendwie so. Ich hatte viel Spaß mit Zombieland, leider war es viel zu schnell vorbei.

MAL-Wertung: 7/10

SSSS.Gridman: Na, was soll ich dazu sagen? Scheiße gebaut, Studio Trigger. Wie man 12 Folgen mit soviel Nonsense und so wenig Inhalt füllen kann, ist beinahe bewundernswert. Dabei war ich guter Dinge, denn die Macher von Little Witch Academia und Darling in the Franxx können durchaus, wenn sie denn wollen. Das war bei Gridman offensichtlich nicht der Fall. In langweiligster Monster-of-the-Week-Manier arbeitet sich Held Yuuta als Gridman durch Monster um Monster. Weder gibt es spannende Twists, noch öffnet sich die Erzählstruktur, nein, jede Woche gibt’s ein Monster, und drumherum viel überhebliches Geplappere aus dem Mund von Mittelschülern. Das einzige, was im Nachhinein in den Köpfen der (männlichen?) Zuschauer verbleibt, sind Freundin Rikkas Oberschenkel. Na dann …

MAL-Wertung: 4/10

Golden Kamui: DAS ist doch mal ein Finale! Wow! Ich bin froh, das Fazit der Saison auf positiver Note beenden zu können, doch Golden Kamui macht das sehr, sehr einfach. Ich hatte zwischendrin so meine Probleme mit der Serie, gerade im Mittelteil hat sich die Geschichte doch 6-7 Folgen lang sehr zäh angefühlt und ich musste in perfekter Stimmung sein, um eine Folge zu starten. Das exakte Gegenteil dann während der zweiten Hälfte der zweiten Staffel: Ich konnte es kaum mehr abwarten, bis die jeweils neue Folge erschien! Das liegt vor allem daran, dass all die Charaktere, die jeder einzelne eine eigene, glaubhafte Agenda mit im Gepäck hat, wunderbar zusammen kommen. Jeder hat seine eigene Mission, jeder tut alles, was er für deren Erfolg tun kann, und zu keinem Zeitpunkt gibt es unrealistische Disney-Happy Ends oder nervige Deus ex Machina-Momente. Alles wirkt wie aus einem perfekten Guss und das riss mich als Zuschauer mit. Dass Gewalt oftmals im Zusammenhang „lustiger“ Szenen geschieht, gefiel mir zwar weniger, dafür ist die Serie angenehm „erwachsen“ und realistisch, auch was die Beziehungen der Figuren untereinander betrifft. Sind Sugimoto und Ainu-Mädchen Asirpa anfangs noch die beiden Helden, gibt es zum Ende hin eigentlich nurmehr Helden, denen man allen irgendwie Erfolg wünscht – und doch weiß, dass das unmöglich ist. Für mich der Anime der Saison und eine dicke Empfehlung an alle, die ein unvorhersehbares Abenteuer im alten Japan erleben wollen!

MAL-Wertung: 8/10


Und das war sie, die Herbst-Saison 2018. Wer sich wundert, dass hier nur sieben Anime beachtet wurden: Viele Serien aus dem Herbst laufen in der aktuellen Winter-Saison weiter. Entsprechend warte ich mit meinem Fazit bis zu deren Finale. Welche Herbst-Serien waren eure Lieblings? Hinterlasst einen Kommentar unterhalb dieses Artikels!

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