Knights of Sidonia

In der fernen Zukunft kämpft ein kleiner Rest der Menschheit ums Überleben. Dazu reisen sie in einem 28 km langen, länglich geformten Generationenschiff durch die einsamen Weiten des Weltalls, nachdem die Erde vor Jahrhunderten von grausigen Alien-Monstern, genannt Gauna, zerstört wurde.Zu Beginn der Serie liegt der letzte Angriff des erbarmungslosen, instinktgesteuerten Feindes bereits so lange zurück, dass die meisten Bürger Sidonias schon nicht mehr an dessen Existenz glauben. Dann der Schock: Im Rahmen einer regulären Rohstoffmission auf einem in der Nähe befindlichen Asteroiden bricht ein Gauna aus dem Boden hervor – der Terror kehrt in die Wirklichkeit der Menschen zurück.

Studio: Polygon Pictures
Genre: Seinen, SciFi, Drama
Folgen: 24
Sprachhinweis: Nur japanische Synchro mit deutschen Untertiteln

Knights of Sidonia macht keine halben Sachen, wenn es um die realistische Darstellung einer grausamen, erbarmungslosen Welt geht. Ähnlich wie im Megahit Shingeki no Kyojin: Attack on Titan wird auch hier von Anfang an etabliert, dass Charaktere sterben können, wenn sie in ihren Kampf-Mecha auf Mission gehen, dass es keine Deus ex Machina-Momente gibt, sondern jeder Erfolg hart errungen werden muss. Es ist diese bedrohliche Grundstimmung, die für immense Spannung sorgt, so sehr, dass man sich im Verlauf der Serie schon Sorgen um Figuren macht, nur weil sie als Kampfpiloten zum Dienst gerufen werden – es könnte ja schließlich tatsächlich etwas passieren. Konsequenz wird in dieser Serie groß geschrieben.

Jegliche Konsequenz würde jedoch auf gelangweilte Augen und Ohren fallen, wenn es nicht gute, sympathische, interessante Helden gäbe, mit denen man mitfühlt, mitfiebert, und sich vor allen Dingen um sie sorgt. Genau hier tritt Hauptfigur Nagate Tanikaze aufs Parkett und wird schnell als bescheidener, sozial tolpatschiger Protagonist eingeführt. Für seine gesellschaftlichen Defizite kann der Naturmensch jedoch nichts, ist er doch allein mit seinem Großvater im Untergrund in den Eingeweiden des riesigen Raumschiffs aufgewachsen. Seine einzige Beschäftigung war dort das Training im Kampfsimulator, ein Umstand, der bald viele Leben retten sollte. Ihm schließen sich weitere Bekanntschaften an, etwa die beidgeschlechtliche Izana, die hübsche Hoshijiro oder die sprechende Bärin Lala, die für Nagates leibliches Wohl sorgt. Das normale Miteinander der Charaktere bringt den nötigen Kontrast zu den Leben-oder-Sterben-Szenen, die sich auf den Missionen im All abspielen.

Damit kommt auch das vielleicht beste Argument für diese Serie zum Tragen: Die unglaublich eindrücklichen, faszinierenden und erschreckenden Endzeit-Scifi-Ideen von Autor Tsutomu Nihei, der vor allem für seine Manga-Reihe BLAME! bekannt sein dürfte. Die finstere, kalte, und doch hoch detaillierte Optik der Schauplätze lädt immer wieder zum Staunen ein. Der bizarre Wohnbereich Sidonias, an dessen Wänden sich überall riesige Rohrleitungen entlangwinden, ist auf seltsame Weise einladend, man wünscht sich direkt, eine Videospielversion davon zu haben, um all die Ebenen selbst erforschen zu können. Auch Ideen wie zuvor genannte Izana, die je nach Partner männlich oder weiblich sein kann oder aber die Ernährung der neuesten Generation von Menschen via Photosynthese anstelle von regulärer Nahrung festigen das High Contept von Sidonia. Und selbstverstänlich müssen die Gauna erwähnt werden, schaurige Geschwür-artige Weltraummonster, die mal klein, mal riesig sein können und unsterblich sind, solange nicht ihr Kern zerstört wird – der nur von einem bestimmten, seltenen Material beschädigt werden kann. Es ist schade, dass bislang nur zwei Staffeln des Anime existieren, aber ein wenig Manga-Lesen zum Abschluss tut nicht weh.

Der H-Faktor ist vergleichsweise hoch, gleichermaßen in Sachen Gewalt als auch sexueller Szenen. Letzteres ist allein schon der Tatsache der Photosyntheseernährung der neuen Menschen geschuldet, die nunmal nackt sein müssen, um ordentlich Sonne tanken zu können. Darüberhinaus kommt Nagate mehr als einmal ungewollt in Situationen, in denen nackte Haut zu sehen ist. Der Gewaltgrad ist angemessen hoch, schließlich geht es um Leben und Tod, um den Kampf gegen einen instinktgesteuerten Feind, dessen einziges Ziel die Auslöschung der Menschheit ist. Nahaufnahmen von Gore und Splatter gibt es nicht, Gewalt und Blut allerdings genug.

Bereits der Opening-Song lässt Gänsehaut-induzierend erahnen, dass ein bedeutsames, schicksalsträchtiges Abenteuer erwartet. „Uchikudake!“ wird gesungen, „zerschmettere sie!“, und weniger als bis ans Äußerste zu gehen bleibt den Piloten der Kampf-Mecha auch nicht übrig. Knights of Sidonia ist von Anfang bis Ende Spannung pur und lässt einen mit Held Nagate mitfiebern, dass doch bitte alles gut geht. Doch ohne zu spoilern, „alles“ geht nicht gut. Genau das macht Knights of Sidonia sehenswert. Wer über die etwas ruckelige CGI-Technik, mit der die Serie produziert wurde, hinwegsehen kann, bekommt hier Scifi-Survival vom Feinsten. Wer hat eigentlich verpennt, hieraus ein Videospiel für die aktuellen Konsolen zu machen?! *kopfschüttel*


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