Zentai – Ziemlich Hen

Erst einmal: Ein dickes PFUI an alle, die jetzt dachten, ich hätte mich vertippt! ;P Nein, hier geht es um diese seltsamen Anzüge, die bestimmt jeder schon mal gesehen hat: Zentai Tights – 全身タイツ oder Zentai-Suits heißen sie und verhüllen ihren Träger komplett. Wie der Name bereits verrät und was vielleicht noch nicht jeder wusste: Diese seltsamen Nylon-Anzüge stammen aus Japan. Andererseits … wenn schon das Wort „seltsam“ fällt, kann es ja eigentlich nur mal wieder Japan gewesen sein, oder?

Die genauen Ursprünge des Zentai sind gar nicht so einfach zu beschreiben. Zumindest das Wort ist schnell erklärt: Zentai setzt sich zusammen aus 全身 – Zenshin („ganzer Körper“) und タイツ – Taitsu (Tights -> Strumpfhose) Das bisschen an Informationen, das man finden kann, weist immer wieder auf einen sogenannten „Marcy Anarchy“ hin, einen Fotograf, der den Zentai 1985 in Japan erfunden haben soll. Die Namensursprünge sollen hingegen bis 1886 zurückgehen und die Vorläufer des heutigen Zentai in den Outfits von Zirkusartisten und früherer Bademode zu finden sein.

Heutzutage kennt man den Zentai vor allem von abgedrehten Werbekampagnen, Theateraufführungen oder TV-Serien. Ebenfalls findet man Anleihen des Zentai in modernen Schwimmanzügen von Profischwimmern. Einen echten Nutzen finden die meist einfarbigen Zentai jedoch in der Anwendung im Bereich Film und Videobearbeitung: Durch die Einfarbigkeit lassen sich die Körper der Akteure leicht digital entfernen und nur die gewünschten Stellen bleiben im fertigen Film zurück.

Sinn und Zweck der Zentai-Suits war ursprünglich vor allem das Schaffen einer Anonymität für ihren Träger. Der Darsteller kann sich im Zentai voll und ganz auf die Performance konzentrieren, das Tun und Schaffen genießen, ohne sich Sorgen machen zu müssen, erkannt und verurteilt zu werden. Scham niederringen und die feinste Körperkontur zeigen, auch darum geht es beim Tragen eines Zentai. Aber Vorsicht: Wer in Frankreich erwischt wird, wie er öffentlich in einem der seltsamen Anzüge herumläuft, dem drohen 150 Euro Strafe wegen Vermummung des Gesichts. Ähnliches dürfte auch für Deutschland gelten.

PS: Das „Hen“ im Titel spielt auf das japanische 変 an und heißt „seltsam“ 😉

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